Zwei Bieber auf einem Stein im Wasser
Zwei Bieber auf einem Stein im Wasser Bild © picture-alliance/dpa

Mit spektakulären Bildern fängt der Lauterbacher Filmemacher Rudolf Dietrich die Vogelsberger Tierwelt ein. Jetzt kommt ein neuer Teil seiner Serie "Der Vulkan lebt" in die Kinos. Dieses Mal geht es ihm darum, auf die bedrohte Natur aufmerksam zu machen.

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Eine Bibermutter, die fürsorglich das Fell ihres Jungen leckt: Aufnahmen von solch inniger Zweisamkeit waren für den Lauterbacher Naturfilmer Rudolf Dietrich eine Sternstunde seines Schaffens. "So etwas gelingt Ihnen im Leben nur ein Mal", freut er sich rückblickend.

Biber, Schlingnattern, seltene Schmetterlinge und viele weitere Vogelsberger Tierarten waren in Dietrichs Dokumentationen "" zu sehen. Jetzt . "Ich habe Aufnahmen gemacht, die sonst keiner hat, auch von vermeintlich unbedeutenden Tieren", wirbt er für seinen Film.

Geduld und Durchhaltevermögen

Allein für seine Biber-Aufnahmen habe er viel Geduld und Durchhaltevermögen gebraucht. Nachdem er auf seinen Streifzügen durch den Vogelsberg auf angenagte Bäume gestoßen war, suchte er ein Jahr lang nach den Nagetieren, die in Hessen im 16. Jahrhundert ausgerottet worden waren und erst seit etwa 25 Jahren hier wieder heimisch werden.

Gefilmt habe er sie schließlich aus vier Metern Entfernung - aus einem Gebüsch voller Brennnesseln heraus. "Kein angenehmer Standort", verrät er und schmunzelt. Doch die Aufnahmen entschädigten ihn: "Unglaublich, wie glücklich ich war, als ich die Bilder im Kasten hatte."

Wissen selbst angeeignet

Die Natur habe er schon in seiner Kindheit in Wetzlar geliebt, erzählt der heute 81-Jährige. Am Anfang hätten ihn vor allem Fische interessiert: "Die habe ich in der Lahn gefangen und in ein Einmachglas gesteckt. Das war mein erstes Aquarium." Mit den Jahren eignete er sich immer mehr Tier- und Naturwissen an.

Rudolf Dietrich
Rudolf Dietrich bei der Vorpremiere seines Films in Nidda. Bild © hr

Schon als Jugendlicher experimentierte er auch mit dem Medium Film, damals mit einer Super-8-Kamera. "Da bin ich aber noch an der Technik gescheitert", erinnert er sich. "Um die Jahrtausendwende, als die Technik etwas einfacher wurde, habe ich wieder mit dem Filmen angefangen."

"Muss schon einen Schlag haben"

Für die erste Vulkan-Dokumentation habe er noch zwölf Jahre gebraucht, weil er Dreh und Schnitt selbst machte, aber auch, weil er bis 2002 Geschäftsstellenleiter des Lauterbacher Anzeigers war. "Man muss schon einen Schlag haben, um das durchzustehen", sagt er und lacht.

Beim zweiten Teil war er schon schneller durch - daran saß er sechs Jahre. Der jetzt erscheinende dritte Teil war in zwei Jahren fertig. "Den finde ich selbst am besten", berichtet er. Zwischendurch drehte er immer wieder Filme auf der ganzen Welt: auf den Galapagos-Inseln oder während der Reise auf einem Containerschiff von Buenos Aires bis New York.

Teil I und II gut angekommen

Mit seinem neuen Film möchte er möglichst viele Menschen aufrütteln: "Ich hoffe, ich kann viele Menschen dazu bewegen, etwas mehr für die Natur zu tun", sagt er, "denn es sieht nicht gut aus für unseren Planeten. Deswegen geht es diesmal auch um Themen wie das dramatische Insektensterben oder das Problem invasiver Arten."

Teil I und II seien gut angekommen, erzählt Dietrich. "Nach einer Vorführung kam einmal ein etwa zehn- oder elfjähriges Mädchen auf mich zu und hat sich dafür bedankt, dass ich den Film gemacht habe", berichtet er. "So etwas entschädigt mich für alle Mühen."