Beate Hofmann
Beate Hofmann Bild © picture-alliance/dpa

Die Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat erstmals eine Bischöfin. Beate Hofmann wurde von der Synode im zweiten Wahlgang gewählt. Ihre Mitbewerberin hatte ihre Kandidatur nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen.

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Beate Hofmann wird neue Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die 55-jährige Professorin für Diakoniewissenschaft an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel ist am Donnerstag in Hofgeismar von den Mitgliedern der Synode im zweiten Wahlgang als Nachfolgerin von Bischof Martin Hein gewählt worden.

Puttkammer zieht zurück

Ihre Mitbewerberin, die Herborner Pröpstin Annegret Puttkammer, hatte ihre Kandidatur zurückgezogen, nachdem sie im ersten Wahlgang 25 Stimmen erhalten hatte. Hofmann hatte 56 Stimmen erreicht und die erforderliche Zweidrittelmehrheit (58 Stimmen) der 86 Wahlberechtigten damit nur knapp verfehlt.

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Im zweiten Wahlgang gaben dann 78 Wahlberechtigte Hofmann ihre Stimme. Der im Vorfeld befürchtete Wahlmarathon blieb damit aus. Die Kirchensatzung verlangt eine Zwei-Drittel-Mehrheit in den ersten sechs Wahlgängen. Kommt die nicht zustande, genügt erst im siebten Durchgang die einfache Mehrheit zur Entscheidung.

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Um 12 Uhr hatte die Prozedur begonnen. Zunächst wurde den Synodalen der Wahlvorschlag präsentiert, dann stellten sich die beiden Bewerberinnen persönlich vor. Beides geschah hinter verschlossenen Türen, so legt es die "Grundordnung" der Landeskirche fest.

"Schlüssel zu einem neuen Lebensabschnitt"

In einer ersten Reaktion zeigte sich Hofmann überwältigt. "Sie haben mir den Schlüssel zu einer Tür zu einem neuen Lebensabschnitt anvertraut", sagte sie. "Ich werde das Amt mit Demut und Mut und mit Offenheit für Gottes Geist und seine erneuernde Kraft angehen."

Sie wolle viel Zeit darauf verwenden, die EKKW besser kennenzulernen, kündigte Hofmann an. Es gelte, hinzuhören, wo Probleme und wo Ideen und Chancen lägen. "Die Menschen können große Ohren von mir erwarten." Bei Puttkammer bedankte sich Hofmann für ein faires Miteinander.

EKHN und EKD gratulieren

Der Präsident der Evangelischen Kirche zu Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, übermittelte der neuen Bischöfin Glück- und Segenswünsche. "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit", sagte er.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gratulierte. Er habe Hofmann als zupackenden und zugewandten Menschen kennengelernt und freue sich auf die Zusammenarbeit in der EKD, hieß es in einer Mitteilung.

Erstmals zwei Kandidatinnen

Es war das erste Mal, dass sich zwei Frauen um ein Bischofsamt in Hessen bewarben. Beide Bewerberinnen hatten sich auch in Gottesdiensten den Kirchenmitgliedern vorgestellt: Beate Hofmann predigte in Langenselbold und Kassel, Annegret Puttkammer ebenfalls in Kassel und in Hanau.

Annegret Puttkammer
Die unterlegene Kandidatin Annegret Puttkammer Bild © picture-alliance/dpa

Die neue Bischöfin hatte bei ihrer Bewerbung erklärt, sie wolle Menschen für die Kirche begeistern, die Vielfalt der Gemeinden stärken, den Kontakt zur Gesellschaft offen halten und Diakonie und Kirche in den Regionen enger verknüpfen.

Abschiedsgottesdienst für Hein im Herbst

Amtsinhaber Martin Hein wird Ende September mit 65 Jahren nach dann 19 Jahren im Amt in den Ruhestand gehen. Der Bischofswechsel wird am 29. September in der Kasseler Martinskirche vollzogen. Dann wird auch die neue Bischöfin in ihr Amt eingeführt.

Bischof Martin Hein
Bischof Martin Hein geht im Herbst in den Ruhestand Bild © hr/medio tv schauderna
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Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat rund 830.000 Mitglieder. Sie erstreckt sich von Nordhessen bis in den Süden nach Hanau, zudem gehört das thüringische Schmalkalden dazu. In diesem Gebiet liegen 754 Kirchengemeinden mit mehr als 900 Pfarrerinnen und Pfarrern.

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Sendung: readitnow, hr-fernsehen, 09.05.2019, 19.30 Uhr