Joern Hinkel
Festspiel-Intendant Joern Hinkel. Bild © picture-alliance/dpa

Das Programm der Bad Hersfelder Festspiele 2019 steht: Eröffnungsstück ist Franz Kafkas "Der Prozess", das an Justizwillkür in vielen Ländern erinnern soll. Ein weiterer Höhepunkt ist das Musical "Funny Girl".

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Mit Franz Kafkas Klassiker "Der Prozess" gehen die (5. Juli bis 1. September 2019) in die neue Saison. Wie Intendant Joern Hinkel am Montag bei der Vorstellung des Programms in Bad Hersfeld bekanntgab, wolle er vor allem die humoristischen, abseitigen und lächelnden Aspekte des Stückes hervorheben. Die Fassung für die Aufführung schreibe er selbst und werde es auch inszenieren, sagte er.

"Das Stück passt fantastisch in die Festspielruine und in unsere Zeit", erläuterte Hinkel seine Wahl. Er erinnerte an die Vorgänge um den Journalisten Jamal Kashoggi oder die Entlassung von Richtern und Justizwillkür in vielen Ländern. In dem Stück "Der Prozess" wird Hauptfigur Joseph K. ohne Angaben von Gründen verhaftet, die Verhandlung findet unter anderem auf einem Dachboden statt. Zum Schluss findet sich Joseph K. in einem Dom wieder.

Musical-Klassiker "Funny Girl"

Ein weiteres wichtiges Stück der Spielzeit werde das Musical "Funny Girl", sagte Hinkel. Es zeigt die Entwicklung eines unscheinbaren Mädchens zum Star, die sich jedoch mit einem Glücksspieler einlässt. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten im Leben der Fanny Brice kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges in den USA und wurde unter anderem mit Barbra Streisand verfilmt.

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Musik, Theater, Comedy

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Wieder auf dem Spielplan stehen das Stück "Shakespeare in Love" und das Flower-Power-Musical "Hair". Fest eingeplant ist außerdem ein Konzert mit der Sängerin Annett Louisan am 29. Juli. Darüber hinaus werde es noch weitere Konzerte sowie Theaterstücke geben, die Anfang 2019 bekanntgegeben werden, sagte Hinkel. Die Festspiele dauern bis zum 1. September 2019.

Kritik an Stadtverordneten erneuert

Hinkel erneuerte seine Kritik an den Bad Hersfelder Stadtverordneten, die im Sommer die Gründung einer Festspiel gGmbH abgelehnt hatten. Das sei ein Strukturfehler, der durchbrochen werden müsse. Er warte nun auf Vorschläge, wie eine langfristige Planung für die Festspiele möglich sein könne.

Hinkel räumte ein, dass für die abgelaufene Saison 2018 ein Zuschussbedarf von 400.000 Euro entstanden sei. Dieser Bedarf sei auch auf den unerwarteten Rücktritt von Dieter Wedel zurückzuführen. In diesem Zusammenhang sei ein Sponsor abgesprungen, insgesamt seien die Sponsorengelder generell etwas unter den Veranschlagungen zurückgeblieben. 94.000 Besucher waren nach Bad Hersfeld gekommen.

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Die beiden anderen großen hessischen Festspiele

  • Die starten am 10. Mai 2019. Zu ihrem 35. Geburtstag steht eine besondere Musical-Inszenierung auf dem Spielplan: ein Stück über die Brüder Grimm. "Die sagenhafte Geschichte von Jacob und Wilhelm Grimm" soll unter dem Titel "Weltenwandler" auf die Bühne im Amphitheater kommen. Außerdem auf dem Spielplan: das Familientheaterstück "Die Bremer Stadtmusikanten" und das Schauspiel "Schneewittchen". In der Reihe "Grimms Zeitgenossen" läuft Schillers "Maria Stuart". 2018 kamen 81.398 Zuschauer nach Hanau.
  • Die beiden Zugpferde im Programm der die Bühnenfassung des Films "Shakespeare in Love" sein sowie "Pension Schöller", eine erstmals 1890 aufgeführte Komödie. Ebenfalls zum Abendprogramm zählen das Musical "Saturday Night Fever" mit der Musik der Bee Gees und die Komödie "Maria, ihm schmeckt’s nicht!". Das Abendprogramm startet am 4. Juni, das Kinderprogramm eröffnet einen Monat früher mit der Oper "Aschenputtel". Die Burgfestspiele locken seit vielen Jahren mehr als 100.000 Zuschauer pro Saison nach Bad Vilbel.
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