20 Zentimeter lange Glasscherbe neben Zollstock
Die Scherben waren zum Teil über 20 Zentimeter lang. Bild © Gemeinde Bischofsheim

Nach dem Fund großer Fensterglasscherben ist ein Spielplatz in Bischofsheim gesperrt worden. Die Polizei geht davon aus, dass jemand die scharfkantigen Teile in böser Absicht im Sand vergraben hat.

Mehrere bis zu 25 Zentimeter lange Glasscherben haben Mitarbeiter des Bauhofs in Bischofsheim (Groß-Gerau) auf einem Spielplatz gefunden. Die scharfkantigen Splitter waren unterhalb von Spielgeräten im Sand vergraben, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.

Glasscherben gezielt im Sandpolster platziert

Der Sand soll normalerweise dafür sorgen, dass sich Kinder nicht verletzen, wenn sie von einem der Spielgeräte herunterfallen. Doch auf Verletzungen zielten die unbekannten Täter wohl ab - das glaubt jedenfalls die Polizei. Sie ermittelt inzwischen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

"Wir gehen davon aus, dass jemand die Scherben dort mutwillig platziert und die Verletzung von Kindern zumindest billigend in Kauf genommen hat", sagte ein Polizeisprecher www.readitnow.info. Dafür spreche vor allem, dass es sich um Fensterglas handelt. Scherben von Flaschen würden immer wieder mal gefunden. "Aber es gibt keinen vernünftigen Grund, eine Fensterscheibe auf einen Spielplatz zu bringen."

Spielplatz gesperrt, Sand wird abgetragen

"Sie wirken wie ein Messer, wenn ein Kind - vielleicht sogar noch mit nackten Füßen - auf die scharfen Glaskanten aufkommt", beschrieb die Leiterin des Bauhofs, Susanne Schnell die Gefahr, die von den Scherben ausgeht. Die Anlage wurde nach dem Fund schon am Montagmorgen bis auf weiteres gesperrt.

Der Sand werde komplett abgetragen, teilte die Stadt mit. Zusätzlich würden alle beweglichen Spielgeräte abgebaut, um zu verhindern, dass jemand den Zaun überklettert, um sich doch dort auszutoben, ehe die Gefahr gebannt ist.

Schon in der Vergangenheit wurden auf Spielplätzen der Gemeinde scharfkantige Flaschenböden entdeckt. Dabei handelte es sich in der Regel vermutlich um Hinterlassenschaften wilder Feiern. "Mit dem aktuellen Fall ist eine neue Qualität erreicht", sagte Schnell.

Bürgermeister ruft zur Wachsamkeit auf

Auch Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU) zeigte sich über den neuen Fund entsetzt. "Dass sich so etwas in noch schlimmerer Form wiederholt, werden wir keinesfalls hinnehmen", betonte er. Die Kontrollgänge von Bauhof-Mitarbeitern würden ausgeweitet. Der Rathauschef rief auch alle Bürgerinnen und Bürger auf, verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei zu melden.

Bis zum Herbst werde die Sperrung mindestens dauern, sagte Schnell. In diesem Zeitraum werde dann auch die ohnehin geplante Sanierung zweier Spielgeräte erledigt. Was die Stadt die Sanierung kosten wird, konnte die Bauhofchefin noch nicht sagen.

Sendung: maintower, hr-fernsehen, 12.7.2018, 18.00 Uhr