Bergungarbeiten am Kesselwagen bei Neuhof
Bergungarbeiten am Kesselwagen bei Neuhof Bild © osthessen-news.de

Nach der Kollision eines Güterzuges mit einem Kesselwagen im osthessischen Neuhof verzögert sich die Bergung des havarierten Waggons. Schon am Samstag ging es nur langsam voran. Anwohner und ICE-Reisende brauchten Geduld.

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Verunglückter Kesselwagen in Neuhof

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Um 19 Uhr am Samstag war die lange Aktion zumindest für ICE-Reisende beendet - vorerst. Da meldete das Polizeipräsidium Osthessen, am Bahnhof von Neuhof (Fulda) seien die Gleise zur Durchfahrt des Fernverkehrs wieder freigeben worden. Im Umkreis von 300 Metern war das Gebiet rund um den Bahnhof am Morgen geräumt worden, nachdem am Tag zuvor ein Güterzug einen mit Flüssiggas beladenen Kesselwagen gestreift hatte.

Der Bahnhof bleibt aber bis auf weiteres gesperrt. Die Züge sollen weiterhin durchfahren, weil der Waggon immer noch auf den Gleisen steht. Bundespolizei und Feuerwehr sind vor Ort und messen im Halbstundentakt, ob Gas aus dem Wagen austritt. Eine akute Gefahr bestehe aber nicht, so der Sprecher. Die 150 Menschen, die am Samstag ihre Häuser verlassen mussten, durften zurückkehren.

Die in sind soeben wieder für den zur Durchfahrt frei gegeben!👍🏼

Das Gas wird vor Ort verbrannt

Im Laufe des Sonntags treffen Spezialkräfte ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Frühestens Montag", so ein Sprecher der Bundespolizei, würden sie damit beginnen, den Waggon zu entleeren und das enthaltene Gemisch kontrolliert vor Ort zu verbrennen.

Wenn es soweit ist, wird auch die ICE-Strecke Hanau-Fulda wieder voll gesperrt und der Umkreis evakuiert. Erst anschließend wird der dann leere Waggon abtransportiert.

Immer wieder Verzögerungen

Schon am Samstag kam es immer wieder zu Verzögerungen. Ursprünglich sollte gegen elf Uhr mit der Bergung des verunglückten Kesselwagens begonnen werden, tatsächlich wurde es eineinhalb Stunden später. Die Vorarbeiten hatten sich verzögert. So habe eine Oberleitung verschoben werden müssen, damit ein Kran zum Einsatz kommen kann, sagte ein Polizeisprecher.

Er ging zunächst davon aus, dass die Bergungsarbeiten gegen 17 Uhr abgeschlossen sein werden. Allerdings geriet die Bergung ins Stocken. Zunächst hatte die Polizei get, dass "geringe Austrittsmengen des Methylchlorid gemessen" wurden. Abends sagte ein Sprecher dann, es sei Stickstoff beim Anheben des Wagens ausgetreten, der das Methylchlorid kühlt.

Akt. Meldung zur sowie der des Wagons in : Leider muss die und derzeit aus bestehen bleiben, da geringe Austrittsmengen des Methylchlorid gemessen wurden.

Die Anwohner waren um 9 Uhr aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Auch zwei Gasthäuser mussten geräumt werden. Am Mittag wurde die regionale Bahnstrecke gesperrt. Auch ICE-Reisende brauchten Geduld: Ihre Züge konnten Neuhof nicht passieren und wurden nach Angaben der Bahn über Aschaffenburg oder Gießen umgeleitet. Verspätungen waren die Folge.

Hoch brennbare Flüssigkeit im Kesselwagen

Für die Bergungsarbeiten war ein Spezialkran aus Hamburg geholt worden. Er hob den defekten Kesselwagen wieder auf die Gleise. Der havarierte Waggon hat laut Bundespolizei Restbestände des hochgiftigen und brennbaren Kühlmittels Methylchlorid geladen, das nicht in die Atmosphäre entweichen darf - deshalb die Vorsichtsmaßnahmen. Es könne im äußersten Fall zu einer Verpuffung kommen.

Die beiden Züge hatten sich am Freitagmittag gegen 12 Uhr bei Rangierarbeiten im Bahnhof Neuhof gestreift. Dabei fuhr der Güterwagen des einen Zuges in einen Kesselwagen der anderen Bahn. Beide Züge fuhren auf parallel verlaufenden Gleisen, die in einer Weiche zusammenliefen. Dort sei es zur Kollision gekommen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag. Verletzt wurde niemand. Ob menschliches oder technisches Versagen zu dem Zusammenstoß führte, wird noch ermittelt.

Strecke Fulda-Schlüchtern vorübergehend gesperrt

Als Vorsichtsmaßnahme war der Bahnhof Neuhof zeitweise großräumig abgesperrt worden. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen vorübergehend geschlossen zu halten. Der Bahnverkehr auf der stark frequentierten Strecke zwischen Fulda und Schlüchtern wurde vorübergehend eingestellt, ICE-Züge umgeleitet.