Hochwasser und überspülter Weg in Kaufungen
In Kaufungen bei Kassel trat die Losse über die Ufer. Bild © picture-alliance/dpa

Unwetter haben am Dienstag im Norden und Osten Hessens eine Autobahn, Straßen und Keller überflutet. Ein Unfall forderte zwei Schwerverletzte. In Fulda rettete die Feuerwehr einen Radfahrer aus den Fluten.

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Von den heftigen Regenfällen am Dienstag wurden der Osten Kassels und die angrenzenden Gemeinden besonders hart getroffen. In den Kasseler Stadtteilen Bettenhausen und Forstfeld stand das Wasser zum Teil kniehoch auf den Straßen.

Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die Stadt Kassel berichtete von 132 Einsatzstellen. Ein älteres Ehepaar war in seinem Wohnhaus eingeschlossen und wurde von der Feuerwehr befreit. In Bettenhausen wurden Häuser mit Sandsäcken vor dem Hochwasser der Losse geschützt. Auf einem Firmengelände sei außerdem ein 50.000-Liter-Heizöltank leck geschlagen, hieß es weiter.

Feuerwehrleute sichern sich mit Seilen

Auch in Lohfelden, Kaufungen, Niestetal und Helsa (alle Kassel) war die Lage zeitweise äußerst angespannt. In Kaufungen sicherten sich Feuerwehrleute mit Seilen gegen die Strömung.

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Die Entwicklung der Lage vom Tage sowie weitere Fotos und Videos vom Unwetter finden Sie hier. Das hr-fernsehen bringt außerdem um 20.15 Uhr die Sondersendung .

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Die Polizei bat Autofahrer, die betroffenen Gebiete weiträumig zu umfahren. Die A44 war wegen Überflutung zwischen dem Kreuz Kassel-West und dem Dreieck Kassel-Süd stundenlang gesperrt.

Straßen unpassierbar

Auch mehrere Hauptverkehrsstraße waren unpassierbar, weil die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnte. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Im Werra-Meißner-Kreis wurden Gullydeckel durch das Wasser nach oben gedrückt. In Witzenhausen war eine Bushaltestelle überschwemmt, in Neu-Eichenberg stand ein Kuhstall unter Wasser.

Zwei Frauen schwer verletzt, Radfahrer gerettet

Auch im Osten Hessens regnete es heftig. Bei einem Unfall nahe Neuhof (Fulda) wurden zwei Frauen schwer verletzt. Eine 23 Jahre alte Autofahrerin war mit ihrem Wagen ins Schleudern gekommen und mit dem Auto einer 28-Jährigen zusammengeprallt.

In Fulda-Bronnzell musste die Feuerwehr einen unvorsichtigen Radfahrer aus dem Wasser retten. Der Mann sei auf einem überspülten Radweg unterwegs gewesen, bis ihn die Fluten erfassten und er sich nur noch an einen Busch klammern konnte, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Dem Radler gelang es noch, telefonisch seine Freundin zu ieren, die ihrerseits die Rettungskräfte alarmierte. Die etwa 25 Einsatzkräfte konnten sich dem Hilflosen nur mit einem Großfahrzeug nähern. Der Radfahrer blieb den Angaben zufolge unverletzt.

Feuerwehr holt Menschen aus eingeschlossenem Haus

Im gleichen Stadtteil saßen fünf Personen in einem Wohnhaus fest, das von den Wassermassen eingeschlossen war. Die Feuerwehr holte vier von ihnen mit einem Boot heraus. Die fünfte Person blieb auf eigenen Wunsch in dem Haus.

Im Vogelsbergkreis rückten die Feuerwehren rund 30 Mal aus. Sie pumpten vollgelaufene Keller leer und räumten umgestürzte Bäume von den Straßen. In Schlüchtern (Main-Kinzig) wurden innerhalb von 24 Stunden 95 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Hessen mit am stärksten betroffen

Am Nachmittag ließen die Niederschläge allmählich nach. Verantwortlich für die Regenfälle war das Tief "Axel". Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach war Hessen abgesehen vom Alpenraum in Deutschland am stärksten betroffen.

Für die kommenden Tage erwarten die Meteorologen eine Wetterberuhigung. Während am Mittwoch im Norden und Osten noch etwas Regen fallen kann, wartet der Donnerstag bei Temperaturen bis 23 Grad mit einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix auf. Zum Wochenende hin wird es dann aber schon wieder unbeständiger.

Sendung: readitnow, 21.05.2019, 19.30 Uhr