Aufräumen in Edelsberg
Der Bürgermeister will neue Schlammmassen verhindern. Bild © Rebekka Dieckmann (hr)

Bei den Unwettern Ende Mai hatte es den Weinbacher Ortsteil Edelsberg besonders hart getroffen. Vier Mal in vier Tagen rollten Schlammlawinen durch den Ort. Jetzt will der Bürgermeister aufrüsten, um für den nächsten Starkregen gewappnet zu sein.

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Als der Regen vergangenen Donnerstag schon wieder einsetzte, haben wohl viele Edelsberger die Luft angehalten. Nur eine Woche zuvor hatte es den Ortsteil von Weinbach (Limburg-Weilburg) an vier Tagen hintereinander getroffen: Gewitter und Starkregen spülten rund 50 Zentimeter dicken Schlamm durch den Ort.

"Dieses Mal war es aber zum Glück nicht so viel Regen", sagte der Weinbacher Bürgermeister Jörg Lösing (parteilos) zu www.readitnow.info. "Der Deich hat gehalten." Die provisorische Barriere hatten die Helfer während der Unwetter aus großen Sandsäcken, sogenannten Big Packs, am Feldrand errichtet. Denn von dort bahnte sich der Schlamm den Weg von den Äckern Richtung Ortsmitte.

Künstlicher See

Doch auf dieses Provisorium möchte sich der Bürgermeister nicht auf Dauer verlassen. In der kommenden Woche stehe ein Termin mit der Unteren Wasserbehörde an. "Wir wollen das Gelände an dieser Stelle so modellieren, dass sich dort bei Bedarf ein See bilden kann."

Dafür soll im Bereich des Ackers, wo momentan noch die Sandsäcke stehen, die Erde weiter ausgehoben werden." So soll sich der Schlamm unterhalb des Einlaufrohrs absetzen können und gar nicht erst auf die Straße oder in die Kanalisation gelangen können.

Für diese Maßnahme gebe es viele Fördermittel, so dass Weinbach den Großteil der Kosten nicht selber tragen müsse. Wann mit dem Bau begonnen werden soll, stehe noch nicht fest. "Bis diese Maßnahme abgeschlossen ist, bleibt der Deich erst einmal bestehen", sagte Lösing.

Klee und Gras zwischen Mais

Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit, die der Bürgermeister sieht, um das Risiko weiterer Schlammlawinen zu minimieren. Da der Schlamm immer von Maisfeldern ausging, möchte er auch dort ansetzen. "Auf den Maisfeldern ist die Bodenerosion sehr stark", erklärt er. Das heißt: Regen und große Wassermassen können sehr leicht die obersten Erdschichten mit sich reißen.

Für die Landwirte soll es eine Beratung geben, welche Pflanzen sie setzen können, um dieses Phänomen einzuschränken. "Es könnte schon helfen, zwischen die Maispflanzen Klee und Gras zu zu setzen." Denn auch für die Landwirte sei es von Nachteil, wenn sie die oberste, nährstoffreiche Humusschicht verlieren, erklärte Lösing.

Trotz der geplanten Maßnahmen macht Lösing klar: "Für richtige Extremfälle kann man nicht vorsorgen."