Blick auf den Tatort in Wiesbaden: Auf dem schwarzen Kleinwagen links unten auf dem Parkplatz explodierte der Sprengsatz. Rundherum haben Polizisten Spuren markiert.
Blick auf den Tatort in Wiesbaden: Auf dem schwarzen Kleinwagen links unten auf dem Parkplatz explodierte der Sprengsatz. Rundherum haben Polizisten Spuren markiert. Bild © Michael Seeboth (hr)

Mit viel Glück hat ein 47-Jähriger einen Anschlag mit einer Autobombe ohne größere Verletzungen überstanden. Nun sagte er im Prozess aus, wie er den Angriff des Ex-Liebhabers seiner Frau erlebte.

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In der Verhandlung gegen einen 57-Jährigen wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Wiesbaden hat am Donnerstag das Opfer ausgesagt. Der inzwischen 47-Jährige hatte im April einen selbstgebauten Sprengsatz auf seiner Motorhaube entdeckt. Als er die Bombe entfernen wollte, explodierte sie. Dabei wurde der Mann leicht an der Hand und im Gesicht verletzt und erlitt ein Knalltrauma - laut Aussage eines Polizisten, der in dem Fall ermittelte, habe er "ganz, ganz viel Glück" gehabt.

Der 47-Jährige selbst sagte am Donnerstag, er habe sofort vermutet, dass die Konstruktion von dem 57-jährigen stammen könnte. "Ich bin davon ausgegangen, dass mir ein Schrecken eingejagt werden sollte", erinnerte er sich. Dem mutmaßlichen Bombenleger wird neben versuchtem Mord auch gefährliche Körperverletzung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.

"Lediglich eine Rauchbombe erwartet"

Der Mann sagte weiter, er habe lediglich eine Rauch- oder Signalbombe erwartet. Hintergrund sei eine Affäre zwischen seiner Frau und dem Angeklagten gewesen. Als diese ihn im Dezember 2017 abwies und sich für ihren Mann entschied, habe der Angeklagte die Eheleute belästigt und Droh-SMS geschrieben, erzählte das Opfer.

An ein erwirktes Kontakverbot habe sich sein Nebenbuhler nie gehalten, berichtete der 47-Jährige. Über seinen Verteidiger hatte der Angeklagte zuvor angekündigt, nicht aussagen zu wollen.