Der entführte Sohn des Schrauben-Milliardärs Würth wurde in einem Wald bei Würzburg unversehrt gefunden.
Der Tote wurde in einem Wald verscharrt gefunden. Bild © picture-alliance/dpa

Der bei Heusenstamm gefundene Tote gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Man habe bislang keine sicheren Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Die Ehefrau des Toten kam derweil in U-Haft - weil sie ihren Ex-Mann misshandelt haben soll.

Wie ist der bei einem Wald in Heusenstamm verscharrte Tote ums Leben gekommen? Bei der Suche nach Antworten tappen die Ermittler im Dunkeln. Denn: Die Todesursache konnte bei der Obduktion der Leiche "aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung nicht mehr festgestellt werden", teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag mit.

Hinweise auf eine Gewalteinwirkung ergaben sich bislang nicht, so die Ermittler weiter. So könne trotz "intensivster Ermittlungen" derzeit "kein dringender Tatverdacht eines Tötungsdelikts begründet werden". Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Man prüfe weiterhin, ob ein Gewaltverbrechen vorliege. Hilfreiche Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von toxikologischen Untersuchungen, die aber noch laufen.

Toter angeblich in Wohnung der Frau gestorben

Ein 45 Jahre alter Mann aus Rockenberg (Wetterau) hatte die Polizei am Dienstag zu dem Leichnam geführt und ausgesagt, diesen zusammen mit seiner 39 Jahre alten Ex-Frau in dem Wald verscharrt zu haben. Bei der 39-Jährigen aus Büdingen handelt es sich um die Ehefrau des Toten. Der Hinweisgeber gab an, dass der Tote in der Wohnung der 39-Jährigen "aus ungeklärter, aber nach seiner Ansicht natürlicher Ursache" gestorben sei. Die Frau bestreite jede Beteiligung, berichteten die Ermittler.

Bei dem Toten handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 45-Jährigen aus Bad Nauheim. Dieser wurde laut Ermittler seit längerem vermisst. Eine Gen-Analyse soll die Identität des Toten abschließend klären.

Ehefrau wegen Gewalt an Ex-Mann in Haft

Nach den Vernehmungen kam der 45-Jährige wieder auf freien Fuß. Gegen die 39-Jährige erließ ein Richter Haftbefehl - aber nicht wegen des Leichenfunds, sondern wegen Gewalt gegen ihren Ex-Mann. Die einschlägig vorbestrafte Frau soll den Rockenberger in der Vergangenheit "dreimal massiv körperlich misshandelt" haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Sendung: hr-iNFO, 08.11.2018, 18 Uhr