Ein ausrangierter Weihnachtsbaum liegt zur Abholung bereit.
Ein ausrangierter Weihnachtsbaum liegt zur Abholung bereit. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Erst heimelig im Wohnzimmer, nun ungemütlich und abgeschmückt auf der Straße: Weihnachtsbäume haben für diese Saison ausgedient. Manche landen im Zoo.

In den vergangenen Wochen waren sie überall zu finden - geschmückte Bäume auf den Straßen und in den Wohnzimmern der Hessen. Behangen mit Kugeln und Lichtern erhellte der Weihnachtsbaum die düstere Winterzeit und zierte so manches Bild in den sozialen Medien. Doch wohin mit dem Baum, der nun seine Nadeln verliert? Die Abholung ist individuell geregelt.

Starker Wind: Weihnachtsbaum besser noch behalten

Die meisten Hessen werfen ihre Christbäume nach dem Dreikönigstag raus. Weil das Wetter am Dienstag stürmisch wird, empfiehlt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit dem Rausstellen zu warten. Am "Wer kann, sollte den Baum bis zum Mittwoch behalten", riet Meteorologin Jacqueline Kernn am Montag.

Sperrmüllfahrzeug zerkleinert Baumreste

Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) fährt nichtsdestotrotz seit Montag mit einem und sammelt die Tannen vom Straßenrand auf. Die abgeschmückten Bäume müssen auf maximal einen Meter gekürzt und vor das Grundstück gelegt werden. Den Rest macht mittlerweile im vierten Jahr das Mobil.

"Es ist ein gewöhnliches Sperrmüllfahrzeug, das die Baumreste zerkleinert", sagte ein FES-Sprecher. "Da kriegt man schon ein paar Weihnachtsbäume rein" - knapp sechs Tonnen Tanne. Die FES rechnet damit, bis zum 24. Januar rund 80.000 Bäume (400 Tonnen) zusammenzukriegen.

Feuerwehr sammelt Tannen ein

Wer die Weihnachtszeit schon früher, erst nach den Ferien oder dem 2. Februar, dem Fest Lichtmess, beenden will, kann das ausgediente Nadelholz auch über die braune Biotonne oder die graue Restmülltonne entsorgen. Die Bäume werden zu drei Vierteln zu Komposterde verwertet. Aus dem Rest wird in der Müllverbrennungsanlage Frankfurt-Heddernheim Strom und Fernwärme.

Auch in Darmstadt werden die Bäume zu Kompost verarbeitet. Dafür stehen Sammelstellen im Stadtgebiet bereit. Von Dienstag bis 26. Januar fährt der diese regelmäßig an. In Eltville am Rhein (Rheingau-Taunus) sammelt die freiwillige Feuerwehr die ausgedienten Weihnachtsbäume ein und kümmert sich um deren Entsorgung. Auch im Vogelsbergkreis holt der Feuerwehrnachwuchs in einigen Ortschaften, wie zum Beispiel in Lauterbach, die alten Bäume ab.

Holzartikel aus Weihnachtsmarkt-Fichte

Lichter und Schleifen an der Riesen-Fichte des Frankfurter Weihnachtsmarktes sind schon entfernt. Wenn der Baum zertrennt ist, werden Auszubildende der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung mbH aus dem unteren Teil Holzartikel werken. Der obere Teil wärmt spätestens im nächsten Winter dann zerhackt als Brennholz die Füße, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Rund 30 andere Weihnachtsbäume wurden unmittelbar nach Verkaufsschluss an den Ständen in den Frankfurter Zoo gebracht. "In der Zeit, wo es eh wenig Laub gibt, nehmen wir die Spenden natürlich gerne an", sagte eine Zoo-Sprecherin. In der Winterzeit seien die Tannen für die Tiere eine gern gesehene Abwechslung.

Schmaus für Ziegen

Sie werden unter anderem in den Gehegen der Trampeltiere, Zwergziegen und im Nashornhaus verteilt. Während die Zwergziegen schmausen, spielt Nashornbulle Kalusho mit dem Grünzeug, wie die Zoo-Sprecherin sagte. "Der nimmt es, um es im wahrsten Sinne zu sagen, auf's Horn. Und zum Schubbern."

Sendung: hr4, 7.01.2019, 6.30 Uhr