Ute Wellstein und Ministerpräsident Volker Bouffier
hr-Sommerinterview im Botanischen Garten Gießens: Volker Bouffier und hr-Landtagskorrespondentin Ute Wellstein Bild © hr

Was, wenn es für die CDU mit den Grünen bei der Landtagswahl nicht mehr reicht? Eine Koalition mit der SPD stünde schon beim Umgang mit dem Geld vor hohen Hürden, sagte Ministerpräsident Bouffier im hr-Sommerinterview. Ehrenamtler will er künftig mit einem "Hessenticket" belohnen.

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Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl ist fraglich, ob es für Schwarz-Grün in Hessen erneut eine Mehrheit gibt. Für eine große Koalition, die nach derzeitigem Stand der Umfragen rechnerisch möglich ist, wäre laut Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nicht zuletzt die Finanzpolitik eine Nagelprobe. Mit ihm werde es kein Zurück zum Schuldenmachen geben, sagte der CDU-Landeschef im hr-Sommerinterview an die Adresse der SPD.

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Volker Bouffier beim CDU-Parteitag.

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Er bezog sich auf den so genannten Hessenplan, den der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Donnerstag vorgestellt hatte. Er vermisse darin Aussagen zur Finanzierbarkeit, sagte Bouffier. In der Frage einer möglichen großen Koalition gebe es dort eine rote Linie. "Das ist meine tiefe Überzeugung", betonte er.

Außerdem hätten 75 Prozent der Hessen für die Schuldenbremse gestimmt. "Ich finde, das ist ein Verfassungsbefehl, den die Politik auch einhalten soll."

Keine Bezahlung, aber Anerkennung

Für ehrenamtlich engagierte Menschen will der Ministerpräsident Volker Bouffier ein "Hessenticket" einführen. Er verwies auf das kostenlose Job-Ticket für die Landesbediensteten und das hessenweit gültige Schülerticket, das pro Tag einen Euro kostet.

Ein ähnliches Ticket müsse es auch für alle geben, die eine Ehrenamtscard besäßen. Deren wichtige Arbeit "werden wir in Zukunft nicht weniger brauchen. Diese Arbeit können und wollen wir nicht bezahlen - aber anerkennen", sagte Bouffier. Gleichzeitig sei ein solches Ticket für die Umwelt gut.

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Hessens Spitzenpolitiker in den hr-Sommerinterviews:

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Außerdem kündigte Bouffier ein Programm an, um Lücken im hessischen Mobilfunknetz zu schließen. "Wir haben in Hessen Bereiche, abgelegene Dorfteile, die sind schlecht versorgt", räumte er ein. Wo private Anbieter nicht investieren wollten, werde das Land Unterstützung leisten.

Übersah FDP-Chef Rock etwas?

Die Bemerkung von FDP-Spitzenkandidat René Rock, er habe auf Bouffiers Schreibtisch einen Aschenbecher, aber keinen Computer gesehen, konterte der CDU-Politiker kurz: "Es gibt sogar Laptops, die auf diesem Schreibtisch liegen - vielleicht hat er die übersehen."

Das Interview fand im Botanischen Garten in Gießen statt, mit dem Bouffier Kindheitserinnerungen verbindet: Hier kletterte er einst verbotenerweise über die Mauer, um im eigentlich schon geschlossenen Garten Indianer zu spielen.

Das komplette Sommerinterview mit Volker Bouffier strahlt das hr-fernsehen am Sonntag um 18.15 Uhr aus.