Panama-Schriftzug
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Die hessische Steuerverwaltung ackert sich federführend für alle Bundesländer durch die 3,7 Terabyte an Daten der "Panama Papers". Inzwischen hat sie Dokumente zu mehr als 1.500 Offshore-Firmen bearbeitet.

Es ist ein riesiges Paket von Daten, durch das sich die hessische Steuerverwaltung seit Anfang vergangenen Jahres durcharbeitet: 3,7 Terabyte beziehungsweise 49 Millionen Dokumente umfassen die "Panama Papers". Stellvertretend für alle Bundesländer werten die hessischen Steuerbeamten die Papiere aus. Am Freitag zog Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) eine Zwischenbilanz: Über 280.000 Dokumente zu über 1.500 Offshore-Firmen habe das im Finanzamt Kassel II-Hofgeismar angesiedelte Auswertungsteam bereits weitergegeben.

"Ich hoffe, dass die Ermittler weltweit damit Steuerkriminelle stellen können", sagte Schäfer. Die Arbeit sei "im Sinne der Steuergerechtigkeit absolut notwendig, aber zugleich mühsam und langwierig". Offshore-Gesellschaften verlagern ihr Geschäft ähnlich wie Briefkastenfirmen ins Ausland, um unter anderem Steuervorteile zu erwirtschaften. Bei den im April 2016 bekannt gewordenen "Panama Papers" geht es um dubiose Geschäfte mit Briefkastenfirmen.

"Kriminellen bis in den letzten Winkel nachsteigen"

Die meisten der weitergereichten Dokumente gingen Schäfer zufolge an Steuerbehörden in Deutschland (250.000 Dokumente zu über 1.300 Offshore-Firmen). Rund 32.000 Dokumente zu 151 Offshore-Firmen erhielten internationale Finanzbehörden. Die Auswertung der "Panama Papers" sei "ein Signal, dass wir versuchen, Kriminellen bis in den letzten Winkel nachzusteigen", so Schäfer. Wie viele der bisher ausgegrabenen Fälle Hessen betreffen, sagte Schäfer nicht. Wie lange die Auswertung der Datenpakete noch dauert, sei schwer abzusehen.

Schäfer beklagte, dass der Kampf gegen Steuerkriminalität oft nur ein Lippenbekenntnis sei. "So genannte Compliance-Richtlinien werden bei Finanzdienstleistern, aber auch bei Banken, die im Umfeld der internationalen Offshore-Firmen tätig sind, umgangen oder nur zum Schein vordergründig erfüllt." Dennoch gibt sich der Finanzminister zuversichtlich: Die Arbeit an den "Panama Papers" bringe Ermittler weltweit näher zusammen. "Diese Schlagkraft werden Kriminelle auch in anderen Verfahren zu spüren bekommen."

Sendung: hr-iNFO, 08.02.2019, 10:40 Uhr