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zum Video Hier landen die Fördergelder der EU

Was haben ein Regionalladen in Bad Wildungen und ein Schreinereibetrieb in Waldeck miteinander zu tun? Beide haben Gelder aus einem EU-Programm erhalten, das die Lebensqualität in den ländlichen Gebieten stärken soll.

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Fördertopf über zwei Milliarden Euro

Mehr als zwei Milliarden Euro Fördergelder fließen zwischen 2014 bis 2020 von der Europäischen Union nach Hessen. Knapp 1,3 Milliarden Euro entfallen auf Direktzahlungen, die Landwirte in der Region bekommen. Mit dem Rest (730 Millionen Euro) werden hessische Projekte gefördert.

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In der einen Ladenhälfte finden die Kunden Produkte aus der Region rund um den Edersee: Naturkosmetik, Biersorten und  "Ahle Woscht" - in der anderen Ladenhälfte ist ein Imbiss untergebracht. "Meine Gäste lieben die Kombination aus regionalen Produkten und dem Imbiss", erklärt Besitzer Simon Andreas.

"Worschtkopp" heißt sein Regionalladen in der Kurstadt Bad Wildungen (Waldeck-Frankenberg). Vor gut einem Jahr hat der 35-Jährige das Geschäft eröffnet - mit der Hilfe der Europäischen Union.

Rund 7.500 Euro erhielt der gelernte Koch als Anschub-Finanzierung über das EU-Förderprogramm "Leader" für den Umbau seines Ladens. Das Förderprogramm finanziert sich aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds und fördert Projekte in den ländlichen Regionen. Ladenbesitzer Andreas schätzt die Unterstützung bis heute und ist "vor allem froh darüber, dass "auch bei den kleinen Leuten EU-Gelder ankommen".

297 Projekte von der EU gefördert

Der "Worschtkopp" ist eines von 297 Projekten, das in den vergangenen 25 Jahren in der von dem "Leader"-Programm der Europäischen Union unterstützt wurde. Insgesamt flossen rund 9,3 Millionen Euro.

Welches Projekt gefördert wird, das entscheidet Lisa Küpper. Sie ist Regionalmanagerin der Region Kellerwald-Edersee. "Ziel der Förderung ist, dass die Lebensbedingungen in den ländlichen Regionen, die Lebensqualität und Arbeitsplätze vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels erhalten bleiben", erklärt sie.

30.000 Euro für Ausstellungshalle erhalten

Von der EU gefördert: die Ausstellungshalle von Schreinerei-Meister Heiko Kesting
Von der EU gefördert: die Ausstellungshalle von Schreinerei-Meister Heiko Kesting Bild © hr

Auch Schreinerei-Meister Heiko Kesting erhielt aus dem "Leader"-Programm EU-Fördergelder. Damit konnte er 2017 seine Holz-Lagerhalle in Waldeck-Sachsenhausen zu einer Ausstellungshalle für seine Schreiner-Produkte umbauen. Er erhielt rund 30.000 Euro. Das sei für ihn damals eine große Chance gewesen, denn er hatte im Jahr 2012 den Familienbetrieb seines Vaters mit roten Zahlen übernommen.

Auf über 120 Quadratmetern Ausstellungsfläche kann Kesting nun den Kunden seine Holzprodukte anbieten: Holzbetten, Gartenmöbel und Tische. Durch die neue Halle könne er die Kunden jetzt viel besser beraten, sagt der 44-Jährige.

Vor allem aber ist er froh darüber, dass er seine Schreinerei für seine Region erhalten konnte - auch ein Ziel der EU-Förderung.

Sendung: hr-fernsehen, defacto, 20.5.2019, 20.15 Uhr