Marvin Mehlem bejubelt sein Tor gegen Kiel
Marvin Mehlem belohnte sich für ein gutes Spiel gegen Kiel mit einem Tor. Bild © Imago

Schönen Offensivfußball hat das Stadion am Böllenfalltor zuletzt meist vom Gegner gesehen. Unter dem neuen Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis scheint sich das gerade zu ändern. Der will von vorzeitigen Lorbeeren allerdings nichts wissen.

Dass der SV Darmstadt 98 mehr als zwei Tore in einem Zweitliga-Spiel schießt, ist in dieser Saison nicht allzu häufig vorgekommen. In der Hinrunde gelang das den Lilien zweimal: beim 3:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg am 3. Spieltag und Anfang November, beim 3:1-Erfolg gegen den 1. FC Magdeburg. Gegen Holstein Kiel (3:2) ist am Samstag nun ein drittes Drei-Tore-Spiel hinzugekommen. Das lässt die Fans auf bessere – und vor allen Dingen unbeschwerte – Zeiten hoffen.

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Dimitrios Grammozis, Trainer SV Darmstadt 98

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Ungewohnter Kombinationsfußball

"Die Jungs haben schöne Ansätze gezeigt und haben auch einige schöne Angriffe gefahren", zeigte sich auch der Vater des neuerlichen Torreigens, Dimitrios Grammozis, zufrieden mit seiner Mannschaft. Das konnte er auch sein. Immerhin zeigte der SV98 die spielerisch beste Leistung der Saison. Nachdem man unter Grammozis-Vorgänger Dirk Schuster noch rustikal und überwiegend mit langen Bällen agiert hatte, spielten die Darmstädter gegen Kiel von hinten heraus und kombinierten, wie man es lange nicht am Böllenfalltor gesehen hat.

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Lilien-Coach Dimitrios Grammozis ist am Montag ab 23:15 Uhr zu Gast im hr-heimspiel!.

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Besonders zu Gute kommt diese Spielweise Marvin Mehlem. Der feine Techniker machte nicht nur ein tolles Spiel ("Es lief ganz gut"), er erzielte auch prompt das 1:0 (19. Minute). Dank weiterer Treffer von Serdar Dursun (41.) und Marcel Franke (62.) haben sich die Südhessen ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft. Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist auf acht Punkte angewachsen. "Wir dürfen uns jetzt nicht in eine Komfortzone zurückziehen und sagen, wir geben jetzt wieder zwei, drei Prozent weniger“, warnte der Lilien-Trainer.

Nicht vom Ergebnis blenden lassen

Der Sieg sei wichtig gewesen und viele Sachen habe die Mannschaft auch gut gelöst, "aber der Sieg kaschiert vielleicht auch ein paar Sachen, die nicht so gut gelaufen sind", so Grammozis. Während die Lilien-Offensive glänzte, wackelte die Abwehr einmal mehr bedenklich. Man könne die Angriffsreihe der Kieler zwar nicht komplett aus dem Spiel nehmen, weil sie "eine Top-Qualität" besitze, ein paar weniger Torschüsse des Gegners hätten es aber schon sein dürfen. "Wir müssen zusehen, dass wir noch kompakter sind, noch aggressiver in den Zweikämpfen, damit wir so wenige Torchancen wie möglich zulassen."

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Dimitrios Grammozis

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Zweimal netzte die drittgefährlichste Offensive der Liga aus Kiel ein. Mathias Honsak erzielte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (12.), Alexander Mühling verwertete ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Benedikt Kempkes zum 2:3-Anschlusstreffer (65.). Stünde bei den Südhessen nicht Daniel Heuer Fernandes im Tor, es hätte auch noch öfter klingeln können im Lilien-Gehäuse.

Leidenschaft schafft Leidenschaft

Selbst mit einem (unverdienten) Remis hätte Grammozis aber leben können. "Wir wissen, dass Fußball auch ein Ergebnissport ist. Aber sehr, sehr wichtig war mir, wie sich die Jungs heute präsentiert haben." Wer Leidenschaft auf dem Platz zeigt, bekommt zum Dank die Leidenschaft der Tribüne zu spüren. "Das Ergebnis kommt dann von alleine", ist der Coach überzeugt.