Gelson Fernandes rennt nach seinem Tor in Richtung Trainerbank.
Gelson Fernandes rennt nach seinem Tor in Richtung Trainerbank. Bild © Imago

Die Eintracht erkämpft sich gegen RB Leipzig einen Punkt. Nach einer feurigen Partie ärgert man sich in Frankfurt über eine Schiedsrichterentscheidung, wundert sich über einen Torschützen und freut sich über einen Rückkehrer. Eine Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter, Trainer Eintracht Frankfurt

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Eintracht Frankfurt und RB Leipzig haben sich am Sonntag in einem rasanten Spiel 1:1 getrennt. Gelson Fernandes brachte die Hausherren in Führung (26.), Emil Forsberg glich per Handelfmeter aus (53.).

Sturmtief hilft beim Führungstreffer

Vor dem Spiel hatte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor dem Leipziger Chaos-Fußball gewarnt. Für echtes Chaos sorgte aber zunächst Sturmtief "Fabienne" - erst bei den Fans, die im strömenden Regen anreisten, und dann auf dem Feld. Denn in der ersten Hälfte glich die rechte Seite (aus Sicht der Eintracht) eher einem Moor als einem Rasen. Lange Schläge wurden zu Stoppbällen und auch beim 1:0 hatte der unsichere Untergrund seinen Anteil.

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Denn nachdem Konrad Laimer Luka Jovic schon abgelaufen hatte, rutschte der RB-Verteidiger am eigenen Strafraum aus. Eine Flanke, einen Kopfball und einen Abstauber später stand es 1:0 für die Frankfurter. Neben Fabienne half dabei unfreiwillig auch Willi. Denn der Leipziger Abwehrchef Willi Orban musste nämlich gerade behandelt werden und fehlte im Deckungszentrum.

Ein unerwarteter Torschütze

Kuriose Begleitumstände und zumindest ein ungewöhnlicher Torschütze: Fernandes ist ja sonst eher Mittelfeldarbeiter als Torjäger. Nach dem Kopfball von Sebastien Haller staubte, oder besser, stolperte er ab. Es war der verdiente Lohn für den Defensivspezialisten, der unter Hütter nicht wegzudenken ist. "Er ist ein Spieler, wie ein Trainer ihn sich wünscht", lobte der Coach seine Arbeitsbiene, die 11,51 Kilometer abspulte und damit ein gewichtiger Faktor für die erneut ein wenig stabilere Frankfurter Abwehr war.

Dazu kam ein bockstarker Makoto Hasebe, der erstmals in dieser Spielzeit auf seiner angestammten Libero-Position ran durfte. Da köpfte und klärte er alles weg, was in seine Richtung kam und organisierte noch dazu die Überraschungsabwehr mit Links-Offensiv-Verteidiger Filip Kostic.

Hochgeschwindigkeitsfußball

Und das war durchaus nicht einfach, denn die Partie war über weite Strecken hektisch. Pressing, Gegenpressing, Ballverluste, schnelle Pässe – es war Hochgeschwindigkeitsfußball auf beiden Seiten und damit zumindest phasenweise das, was man sich bei der Verpflichtung von Hütter erwartet hatte.

Neben dem Tempo prägten Stärkephasen das Spiel. Erst hätten die Hessen nach dem 1:0 gleich nachlegen müssen, dann drückte RB nach dem Ausgleich direkt auf die Führung, bevor am Ende wieder die Eintracht dran war. Das alles führte dazu, dass die Frankfurter endlich einmal zu mehr Chancen kamen. Allein die Treffer fehlten, wie Hütter anmerkte: "Wir schießen noch zu wenige Tore." Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.

Abseitsentscheidungen sorgen für Ärger

Das lag in zwei Szenen auch am unglücklichen Auftreten des Schiedsrichter-Gespanns. Besonders augenscheinlich war das in der 77. Minute, als Kostic nach feinem Pass von Mijat Gacinovic aus spitzem Winkel traf. Allerdings war da schon abgepfiffen - angeblich Abseits - und Leipzigs Keeper Peter Gulacsi hatte die Arbeit eingestellt.

Eine äußerst knappe Situation, die eigentlich eine Nachbetrachtung durch den Video-Assistenten verdient gehabt hätte – aber das hatte die schnelle Hand des Assistenten an der Seitenauslinie verhindert. "Schade, dass das Tor aberkannt wurde, weil es kein Abseits war. Das ist sehr ärgerlich", sagte Hütter, den auch eine zweite, ähnliche Szene bei einem Eckballtrick in der ersten Halbzeit ärgerte.

Rebic bringt neuen Schwung

Während also die Unparteiischen beim Frankfurter Anhang keinen guten Stand hatten, ist WM-Star Ante Rebic mit großen Schritten auf dem Weg zum Alex-Meier-Nachfolger als Fanliebling. Bei seiner Einwechslung wurde er frenetisch gefeiert. Auch wenn Rebic noch nicht bei 100 Prozent ist und gerade nach hinten eher trabte, belebte er das Spiel nach vorne sofort. Im Zweikampf war der 25-Jährige wuchtig wie eh und je, dazu kamen einige gute Bälle, die er geschickt behauptete und weiterleitete. Nur der Höhepunkt blieb Rebic verwehrt. In der 87. Minute scheiterte er aus kurzer Distanz. Ein Tor, das aber auch fast schon kitschig gewesen wäre.