Eintracht-Trainer Adi Hütter
Wer soll nur spielen? Noch lässt Eintracht-Trainer Adi Hütter viele Varianten offen. Bild © Imago

Bei Eintracht Frankfurt wird die Verletztenliste immer länger. Für die schwere Partie in Dortmund muss Trainer Adi Hütter improvisieren.

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Hütter zur Stimmung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Pressekonferenz vor der Partie in Dortmund in voller Länge

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Eine große Überraschung ist es nicht: Eintracht Frankfurt reist als Außenseiter zu Borussia Dortmund. Titelkandidat gegen Club im Umbruch, das ist auf dem Papier eindeutig. Und das bestätigt auch die Statistik. In den vergangenen sieben Spielen holten die Hessen beim BVB keinen Punkt. Doch das alles schreckt Eintracht-Trainer Adi Hütter nicht.

"Natürlich hängen die Trauben dort höher", sagte Hütter vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr). "Aber ich möchte nicht, dass wir uns verstecken. Wir wollen selbst in der Offensive Akzente setzen und punkten, auch wenn es nicht einfach wird. Ich glaube an meine Mannschaft."

Angespannte Personallage

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Andre Rothe

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter Rothe: "Nun muss nur noch gepunktet werden"

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Wie genau diese Mannschaft aussehen wird, ist aber noch in vielen Teilen offen. Denn die Personallage in Frankfurt ist gelinde gesagt angespannt. Definitiv fehlen werden der gesperrte Jetro Willems und die verletzten Carlos Salcedo, Timothy Chandler, Goncalo Paciencia und Francisco Geraldes. Äußerst fraglich ist der Einsatz von Linksverteidiger Taleb Tawatha, der sich eine Blessur im Rückenbereich zugezogen hat.

Beim Israeli, der neben Youngster Deji Beyreuther der einzige verfügbare Linksverteidiger im Kader ist, will Hütter noch das Abschlusstraining abwarten. Ganz allgemein sei es aber "natürlich immer unangenehm, wenn Spieler verletzt ausfallen", sagte der Coach zur personellen Misere schon zu Saisonbeginn.

Rebic fällt weiter aus

Auch Hoffnungsträger Ante Rebic, der nach überstandener Fußverletzung wieder ins Training eingestiegen ist, kann noch nicht mithelfen. "Er ist noch kein Thema", stellte Hütter klar. Der kroatische Nationalspieler müsse erst "zu 100 Prozent fit sein", ehe er eine Option sei. Möglicherweise könne dies in der kommenden Woche der Fall sein, wenn der DFB-Pokalsieger bei Olympique Marseille in die Europa League startet. "Er ist auf einem guten Weg, auch mental geht es in die richtige Richtung", sagte der Eintracht-Trainer.

Die Länderspielpause hat Hütter genutzt, um seine Mannschaft für die anstehenden Englischen Wochen physisch zu stählen. Immerhin stehen sieben Spiele innerhalb von 24 Tagen auf dem Programm. "Da werden wir sicher rotieren müssen", sagte Hütter. Fast schon Glück also, dass nicht viele Spieler der breit diskutierten Trainingsgruppe II verkauft wurden. Mit Simon Falette, Marc Stendera und vor allem Marco Fabian gehören damit gleich drei potenzielle Kandidaten für das BVB-Spiel wieder zum Bundesliga-Kader.

Taktisch ist vieles denkbar

Besonders Fabian lobte Hütter erneut ausführlich. "Er ist ein toller Typ, der gerne bei der Eintracht spielt." Der Mexikaner sei variabel einsetzbar und bringe viel Erfahrung mit. "Er ist eine Alternative."

Insgesamt sprach Hütter viel in Konjunktiven. In der Abwehr sei eine Dreierkette genauso denkbar wie eine Formation mit jeweils zwei klassischen Innen- und Außenverteidigern. Neben Beyreuther könnten auch Falette oder Evan N'Dicka mögliche Kandidaten für die linke Seite sein, wenn denn Tawatha ausfällt. Viel mehr wollte sich Hütter über die taktische Ausrichtung noch nicht entlocken lassen. Klar, die Eintracht ist zwangsweise eine Wundertüte - und das kann ja auch mal ein strategischer Vorteil sein.