Axel Hellmann
Eintracht-Vorstand Axel Hellmann Bild © Imago

Fußball fast ohne Fans in Marseille, Weichenstellungen nach dem Pokalsieg und das Hoffen auf den EM-Zuschlag: Für Eintracht Frankfurt ist es ein spannender Frühherbst. Entsprechend viel gab es am Montag im hr-heimspiel! mit Vorstandsmitglied Axel Hellmann zu besprechen.

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Das sagt Axel Hellman über …

… das Erlebnis in Marseille inklusive Geisterspiel und Stadtverbot: "Wir hatten bestimmt 500 Fans in der Stadt, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Obwohl sie alle wussten, dass sie die Mannschaft nicht werden sehen können und dass sie in der Stadt nicht gewollt waren, waren sie in so großer Zahl da. Das finde ich bemerkenswert."

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… das weitere juristische Vorgehen: "Auch Eintracht Frankfurt ist vor dem Verwaltungsgericht in Marseille, um dieses Stadtbetretungsverbot überprüfen zu lassen. Wir haben die Unterstützung von einer Marseiller Fanvereinigung und auch vom französischen Verband der dortigen Fanorganisationen. Ich glaube, dass es uns guttut, mal klären zu lassen, ob die Maßnahmen an sich – sowohl die Kollektivstrafe auf der Ebene der UEFA als auch ein Stadtbetretungsverbot – mit europäischem Recht vereinbar sind. Ich halte es nicht für vereinbar. Wir haben es 2016 in Darmstadt erlebt. Da haben die Gerichte auch klar geurteilt, dass das in Deutschland nicht geht. Wir wollen das mal bis zum Ende aussitzen. Man hat uns gesagt, das dauert in Frankreich zwei bis drei Jahre. Wir werden also einen langen Atem brauchen." 

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… die Euphorie rund um den Europapokal: "Es gibt in Frankfurt eine besondere Sehnsucht und damit eine Ernsthaftigkeit gegenüber Europa und diesem Wettbewerb. Wir haben dafür hart gekämpft, wären in der letzten Saison fast vor der Zielgeraden abgeschmiert. Wir merken an den Vorverkaufszahlen für die drei Heimspiele: Die Hütte ist voll, das Ding ist ausverkauft. Bei uns zelebriert jeder Europa. Und Sie können sich sicher sein: Dieser Virus überträgt sich auch auf die Mannschaft."

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… die wirtschaftlichen Folgen des Pokalsiegs im Mai: "Es ist nicht so einfach, weil ein solcher Erfolg ist ein einmaliges Ereignis. Wenn wir jetzt fünf Jahre lang Euro League oder Champions League spielen würden – dann wäre das etwas anderes, weil man dauerhaft wahrgenommen werden würde. Wir sind erst am Anfang eines Weges, auf dem wir sagen: Wir stoßen in die Top-10-Sphäre vor. Wir sind immer noch ein Club, der irgendwo zwischen 8 und 13 hin- und herpendeln kann. Das ist auch unsere Positionierung, was unseren Spieleretat anbelangt. Mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten aus dem einmaligen Ereignis Pokalsieg wird es uns nicht gelingen, Stars zu halten."

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… das gestiegene Sponsoren-Interesse an der Eintracht: "Wir sind ausverkauft, haben 13 Premium-Partner und in der Summe 54 Sponsor-Partner. So viele hatten wir noch nie, wir sind so gut aufgestellt, wir wir es noch nie waren. Die Wahrheit ist aber auch: Unsere Kostensituation – die altbekannte Debatte über das Thema Stadion und Vermarktung – ist schlecht. Ich habe die Verträge damals nicht abgeschlossen, aber ich muss mit ihnen leben. Eine bessere Entwicklung werden wir erst ab 2020 hinbekommen, wenn wir uns mit der Stadt auf einen anderen Stadiondeal einigen."

... die Vorteile, sollte Frankfurt ein Spielort bei der Europameisterschaft 2024 werden: "Wir haben der Stadt unser Modell präsentiert. Wir wären bereit, in großem Umfang in dieses Stadion zu investieren – obwohl wir nicht Eigentümer des Stadions sind. Es ist unsere Aufgabe, ein gewisses Maß an Modernität bereitzustellen. Uns würde der Zuschlag am Donnerstag zugunsten von Deutschland sehr stark helfen."

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EM-Vergabe live

Das hr-fernsehen überträgt die Vergabe der Europameisterschaft 2024 in einem heimspiel! extra live. Los geht's am Donnerstag um 15 Uhr.

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… die mögliche Entwicklung der Eintracht in den kommenden fünf Jahren: "Unser Ziel ist es, Spieler günstig zu bekommen, sie zu veredeln, sie weiterzuentwickeln und zu einem höheren Transfer abzugeben. Das wird auch in Zukunft unser Weg sein. Nur nicht mehr auf dem Niveau, dass wir für eine Million ein- und für sechs oder acht Millionen verkaufen. Sondern auf dem Niveau, dass wir für sechs- bis acht ein- und für jenseits der 20 Millionen verkaufen. Unser Weg führt über eine Transferpolitik, die wertbildend ist. Weil: Im Stadion sind wir ausgereizt, bei der Fernsehgeld-Verteilung gibt's nicht mehr viel zu holen – und wir haben ein Ende der Fahnenstange unserer originären Erlöse erreicht."

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... mögliche Geschäftsfelder in der Zukunft: "Man muss sich allen modernen Formen öffnen – immer dosiert, sodass es zu unserer Club-Kultur passt. Beim Thema eSport kann es nur bei bestimmten Spielen passen. Ich sehe es bei meinen Söhnen: Da hat das Thema FIFA an der Playstation eine hohe Bedeutung. Wir müssen uns von dem verabschieden, wie wir das ganze Medienthema, Fernsehen und Radio, erlebt haben. Unsere Kinder – und auch die nächste Generation – werden den Fußball ganz anders wahrnehmen, als wir ihn kannten. Da müssen wir uns öffnen. Sonst werden wir irgendwann von den Ereignissen überrollt."

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