Eintracht-Fans mit Protest-Plakaten gegen Montagsspiele
Vor rund einem Jahr: Eintracht-Fans protestieren während des Montagsspiels gegen Leipzig. Bild © Imago Images

Immer wieder montags geht der Puls von Fußball-Fans in die Höhe – auch zum Auswärtsspiel der Frankfurter Eintracht in Düsseldorf. Die geplante Protestaktion finden aber nicht alle gut.

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"Montags lacht übrigens nicht mal die eine, die immer lacht." Oder auch: "Montag ist zum Ausnüchtern." Es waren höchst kreative Plakate, mit denen die Fans der Frankfurter Eintracht beim Heimspiel gegen RB Leipzig vor etwas mehr als einem Jahr zeigten, was sie von Montagsspielen halten: gar nichts.

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Bei den Spielplanmachern der Deutschen Fußball Liga (DFL) sind ihre Botschaften aber offenbar nicht mit der gewünschten Wirkung angekommen. Zum Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf müssen die Hessen in der kommenden Woche zum zweiten Mal an einem vor allem bei Fans unbeliebten Montagabend (20.30 Uhr) antreten.

Der Gästeblock bleibt 45 Minuten leer

Während die Chefetage des Bundesligisten "kein Problem" in der Terminierung sieht und "diese Herausforderung selbstbewusst" angehen will (Sportdirektor Bruno Hübner), sorgt die Ansetzung in Kreisen der Anhängerschaft abermals für erhöhten Puls. Von einer "Drangsalierung" war in der vergangenen Woche zu lesen, als die Fanorganisation ein Statement zum anstehenden Montagsspiel veröffentlichte und gleichzeitig eine Protestaktion ankündigte.

"Wir werden dem Spiel in der ersten Halbzeit nicht den gewohnten Rahmen bieten, sondern den Gästeblock leer lassen, auch wenn uns das am meisten schmerzt. Zur zweiten Halbzeit gehen wir dann in den Block und zeigen, was Eintracht Frankfurt ist", heißt es in dem Schreiben. Den Fan-Vertretern geht es nach eigenen Angaben aber nicht um sich selbst, sondern um das Wohl der Mannschaft.

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Drei Tage nach der Düsseldorf-Partie tritt der Pokalsieger zum Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale bei Inter Mailand in Italien an. Drei Tage Pause – aus Sicht der Fan-Organisation Nordwestkurve "ein schlechter Scherz" sowie "ein klarer Wettbewerbsnachteil".

Allerdings: Wäre das Match des 25. Bundesliga-Spieltags auf einen Sonntag gelegt worden, hätte der Pokalsieger eben nach dem Hinspiel gegen Mailand nur drei Tage Zeit zur Regeneration gehabt. Und auf mögliche Reisestrapazen kann der heimische Spielplan, der rund zwei Monate vor der Achtelfinal-Auslosung zeitgenau angesetzt wurde, ohnehin nur bedingt Rücksicht nehmen. Gedankenspiele, die die Frankfurter Fan-Szene nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Im Gegenteil.

#Montagsspiel spaltet die Fan-Meinungen

"Wenn die Mannschaft am Montagabend mit dem Spiel fertig ist: Dienstag nach Frankfurt, Mittwoch schon wieder nach Mailand. Wer sich das überlegt hat… da scheint doch irgendwas zu fehlen", sagt Ina Kobuschinksi im Gespräch mit dem hr-sport. Die Vorsitzende des Fanclubverbandes befürchtet, dass das Team von Trainer Adi Hütter nicht genügend Ruhezeit bekommt. "Wir haben zwar eine gute Mannschaft, sie ist sehr gut drauf. Aber es wäre doch schade, wenn wir wegen so einem blöden Montagsspiel ausscheiden würden. Das hätte auch sonntags stattfinden können."

Der Fanclubverband hat rund 750 Eintracht-Fanclubs und damit etwa 50.000 organisierte Fans hinter sich. In puncto Montagsspiel und insbesondere in Sachen angemessener Protest sind sich aber nicht mehr alle einig. In sozialen Netzwerken wie Twitter waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Beiträge zu lesen, die den angekündigten Supportentzug für die ersten 45 Minuten in Düsseldorf kritisch bewerten. Drei oder vier Tage Pause – diese Diskussion ist dabei für die meisten sogar zweitrangig.

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Mehr im hr-fernsehen

Das Eintracht-Auswärtsspiel in Düsseldorf ist auch Thema in den heimspiel!-Sendungen des hr-fernsehens: Samstag ab 17.15 Uhr, Sonntag ab 22.05 Uhr und Montag ab 23.15 Uhr.

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Wesentlich wichtiger ist für viele die Tatsache, dass sich die Bundesliga-Clubs bereits im November vergangenen Jahres auf eine Abschaffung der Montagsspiele ab der Saison 2021/22 geeinigt haben. "45 Minuten Liebesentzug für etwas bereits bald abgeschafftes: Too much!", ist nur ein Beispiel dafür, dass nicht alle Anhänger den Gedanken der Protestaktion mittragen.

Die in der Nordwestkurve organisierte, aktive Fan-Szene hält dennoch an ihren Plänen fest. "Auch wenn die Montagsspiele angeblich ab 2021 abgeschafft sein sollen – das glauben wir erst, wenn es so weit ist. Montagsspiele gehören sofort abgeschafft", hieß es bereits in der vergangenen Woche. Und Ina Kobuschinski legt nach: "Es ist wichtig, dass wir protestieren – und genau das wird friedlich passieren. Bis jetzt sind sie noch nicht abgeschafft." So lange wird montags vermutlich nicht mal die eine lachen, die sonst immer lacht.

Das Spiel in Düsseldorf am Sonntag ließe einen Tag mehr zwischen Auswärts- & Auswärtssspiel bei einem Tag weniger zwischen Heim- & Auswärtsspiel. Insofern ist der Montag etwas nachteilig. 45min Liebesentzug für etwas bereits bald abgeschafftes: Too much!

Absoluter Schwachsinn. Donnerstags und Sonntags # sind genau so viel Tage und das interessiert auch keinen. Protest ja, aber in einem Spiel gegen motivierte und aufstrebende Fortunen, dass super wichtig für die Int. Plätze ist, ist das echt nicht sinnvoll.

"ALLE GEMEINSAM"...hier wird im Namen der Fanszene gesprochen. Leider wird nur der Nerv eines sehr kleinen Fanszene-Anteils getroffen. Protest: JA Protest gegen etwas zukünftig "vll" abgeschafftes: JA Geplante Ausführung: Absolut idiotisch