Sebastian Vettel
Sebastian Vettel fuhr im Ferrari in Frankreich nur hinterher. Bild © Imago

Rückschlag für Sebastian Vettel im Formel-1-Titelrennen: Nach einem frühen Crash beim Grand Prix in Frankreich konnte der Heppenheimer den Sieg seines Rivalen Lewis Hamilton nicht mehr verhindern. Auch die WM-Führung ist erstmal futsch.

Crashpilot Sebastian Vettel hat die WM-Führung nach nur einem Rennen wieder an Formel-1-Titelverteidiger Lewis Hamilton verloren. Nach einem Startunfall und einer Zeitstrafe kämpfte sich der Ferrari-Star am Sonntag beim Grand Prix von Frankreich zwar noch bis auf Platz fünf, war gegen seinen britischen Dauerrivalen aber chancenlos. Hamilton dominierte den achten WM-Lauf in Le Castellet auch dank eines um mindestens zehn PS verstärkten Mercedes-Motors und liegt nach seinem dritten Saisonsieg nun in der Gesamtwertung 14 Punkte vor Vettel.

Zweiter wurde der Niederländer Max Verstappen im Red Bull vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas kam trotz eines Schadens am Boden nach dem Unfall mit Vettel noch auf den siebten Rang. Nico Hülkenberg wurde im Renault Neunter.

Schnelle Revanche möglich

Vettel bietet sich im Duell der Vierfach-Weltmeister schon am kommenden Sonntag im österreichischen Spielberg und eine Woche später bei Hamiltons Heimrennen in Silverstone die Chance zur Revanche. Doch das könnte schwer werden für den 30-Jährigen. Denn Hamilton und der Mercedes präsentierten sich in Le Castellet nach dem Motor-Update in alter Stärke, nachdem sie noch zwei Wochen zuvor in Montréal beim überlegenen Erfolg von Vettel ohne Chance waren. Damals stand Mercedes der neue Motor noch nicht zur Verfügung.

Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs nahe der Cote d'Azur bestätigte der Brite dank des Power-Plus' seine überzeugenden Auftritte im Training und in der Qualifikation. Von der 75. Pole Position seiner Karriere aus erwischte er einen perfekten Start.

Unfall und Zeitstrafe

Doch hinter ihm knallte es: Vettel war von Platz drei auf weicheren Reifen als die silberne Konkurrenz gestartet und hoffte so, Hamilton und Bottas schon früh attackieren zu können. Gleich in der ersten Kurve berührten sich aber Vettels Ferrari und Bottas' Mercedes. 

Die Folgen: Der Deutsche schleppte sich mit defektem Frontflügel in die Box, der Finne humpelte mit einem kaputten Hinterrad zum Reifentausch. Vettel wurde als Unfallverursacher mit fünf Sekunden bestraft. Das Safety Car musste früh raus und bremste das Feld ein.

Reifen stoppen Aufholjagd

Vettel startete von Rang 17 aus seine Aufholjagd: Mit der härtesten in Le Castellet verfügbaren Reifenmischung setzte er darauf, möglichst lange durchzufahren. Schon fünf Durchgänge später auf dem 5,842 langen Hochgeschwindigkeitskurs war der Hesse nach einem Überholmanöver gegen seinen Landsmann Hülkenberg als Zehnter in den Punkten. Und auch sein Unfall-Gegner Bottas arbeitete sich immer weiter nach vorn.

Vettel lag zwischenzeitlich sogar auf Rang vier. Doch mit zunehmender Dauer bauten auch seine Reifen ab. Gegen die vor ihm liegenden Konkurrenten hatte er keine Chance mehr und fuhr sicherheitshalber noch einmal zum Reifenwechsel raus. Zu mehr als Platz fünf reichte es nicht mehr. An der Spitze setzte Hamilton seine Solofahrt zu einem niemals gefährdeten Sieg fort.

Sendung: hr-iNFO, 24.06.2018, 18.00 Uhr



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