Sebastian Vettel auf der Silverstone-Strecke
Sebastian Vettel war am Samstag schnell unterwegs. Aber Erzrivale Lewis Hamilton war noch einen Tacken fixer. Bild © picture-alliance/dpa

Beim Qualifying für sein Heimrennen hat sich Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton am Samstag keine Blöße gegeben. Der Brite schnappte sich die Pole Position. Der Heppenheimer Sebastian Vettel machte Hamilton das Leben wie gewohnt schwer - und geht als Zweiter ins Rennen.

Sebastian Vettel hat den Schmerzen getrotzt, an der Überraschung geschnuppert - und am Ende denkbar knapp verloren. Mit Nackenproblemen kämpfte sich der WM-Spitzenreiter im Ferrari am Samstag durch das Qualifying zum Großen Preis in Silverstone und eroberte den zweiten Startplatz, doch Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes gewann das Wimpernschlag-Duell vor seinem Heimspiel: Der Brite raste mit 44 Tausendstelsekunden Vorsprung zur Pole Position und peilt nun seinen fünften Silverstone-Sieg in Serie an.

"Ich hatte Probleme mit dem Nacken, ich wusste nicht, ob ich am Qualifying würde teilnehmen können", sagte Vet "Es war dann nicht angenehm, aber es war okay. Rang zwei ist gut, der gibt uns alle Chancen."

Ferraris überraschen Hamilton

In der Tat scheint der nächste Erfolg für Hamilton am Sonntag (15.10 Uhr MEZ) alles andere als sicher. Neben Vettel kann auch dessen drittplatzierter Teamkollege Kimi Räikkönen am Start Druck auf Hamilton ausüben, Ferrari war auf der Highspeed-Strecke überraschend nah dran an den Silberpfeilen. Mit seiner letzten ganz starken Runde stellte der Weltmeister seinen Boliden dann doch noch auf Rang eins.

"Es war so knapp", sagte ein sehr emotionaler Hamilton mit noch immer zitternder Stimme, "die Ferraris haben hier irgendwas aus dem Hut gezaubert. Ich habe das nur mit der Unterstützung der Fans geschafft." Hamilton kann am Sonntag wieder die WM-Führung von Vettel übernehmen, der Deutsche führt mit nur einem Punkt Vorsprung.

Pflaster drauf, ab dafür

Im dritten freien Training waren bei Vettel Nackenprobleme aufgetreten, die ihn weite Teile der Generalprobe für das Qualifying kosteten. Daraufhin wurde es hektisch bei Ferrari, der Deutsche wurde lange von den Physiotherapeuten der Scuderia behandelt, Entwarnung wollte niemand geben. Zehn Minuten vor dem Start der Zeitenjagd machte sich Vettel dann wortlos auf den Weg zu seinem Boliden, am schmerzenden Nacken ein großes Kinesio-Pflaster.

In seinem ersten Versuch fuhr er dann gleich die Bestzeit im Q1 und sorgte für Erleichterung bei seinen Fans. Im entscheidenden Q3 gelang der nächste Topwert, auf der "Mercedes-Strecke" schien völlig überraschend die Pole möglich - dann schlug Hamilton aber doch noch zurück. Sein Teamkollege Valtteri Bottas wurde Vierter, dahinter folgt das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Nico Hülkenberg im Renault verpasste die Top 10 als Elfter.

Weiter Sorgen um den Nacken

Zumindest fraglich scheint nun allerdings, wie gut Vettel das Rennen übersteht. Die 5,891 Kilometer von Silverstone sind aufgrund der hohen Kurvengeschwindigkeiten eine große Herausforderung für die Nackenmuskulatur, besonders mit den schnellen Boliden des Jahres 2018. "Der Kurs ist schneller als jemals zuvor", sagte Hamilton: "Es fühlt sich an, als würde man die Runde in einem Kampfjet drehen." Gleichzeitig sei die Strecke momentan "so holprig wie die Nordschleife".

Am Sonntag muss Vettel mehr als 300 Kilometer bei diesen Bedingungen absolvieren. Der Hesse reagierte nach dem Qualifying schmallippig, aber optimistisch auf derartige Bedenken. "Die Nacht wird mir helfen", sagte er: "Außerdem sind die Geschwindigkeiten im Rennen geringer. Es sollte passen."

Sendung: hr-iNFO, 7.07.2018, 17 Uhr



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