Herztransplantation
Um "high urgent" – also besonders dringlich - gelistet zu werden, muss einiges zusammen kommen. Bild © hr

Ein sehr krankes Herz zu haben, reicht allein nicht aus, um auf die Transplantationsliste einer Klinik zu kommen. Da müssen viele Punkte zusammen kommen, damit die Transplantationskonferenz der Klinik ein Kind listen lässt.

Eine hochgradige Herzschwäche, die trotz Ausschöpfung aller anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht rückbildungsfähig ist, ist sicher ein Hauptgrund. Außerdem gibt es Punkte, wenn aufgrund der Erkrankung nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung vorliegt, die noch dazu mit einer sehr stark eingeschränkten Lebensqualität verbunden ist. Vor allem aber gilt, besonders bei einem so wertvollen Organ wie dem Herzen, dass die Transplantation hinreichend Aussicht auf Erfolg bietet.

Eltern sollten mitarbeiten

Bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen bis 16 Jahren kommt es dabei nicht nur auf den physischen Zustand des Kindes an, sondern auch darauf, wie die Eltern mitarbeiten, ob sie tatsächlich verstanden haben, was eine Transplantation bedeutet. So werden sehr persönliche Patientenprofile angelegt, die sich auch ändern können. So kann es sein, dass zu Beginn der Behandlung beispielsweise sprachliche Barrieren vorhanden waren, die dann aber im Laufe der Zeit abgebaut wurden.

Schließlich müssen sich gerade bei ganz kleinen Kindern die Ärzte darauf verlassen können, dass Mutter und Vater die Art und Weise der Medikamentierung verstehen und alle Alarmanzeichen, die auf eine Infektion oder Abstoßung hinweisen könnten, nicht nur erkennen, sondern auch zuverlässig der Klinik mitteilen.

Grundsatz der Chancengleichheit

Bei älteren Patienten spielt neben dem körperlichen Status auch die seelische Verfasstheit eine Rolle sowie das, was die Ärzte „compliance“ nennen: die Einsicht in Zusammenarbeit mit den Ärzten, die Akzeptanz der vorgeschlagenen Therapien, gesundes Wohlverhalten für das neue Herz. Außerdem gilt – nach den Kriterien der Erfolgsaussicht und der Dringlichkeit - der Grundsatz der Chancengleichheit: Die Aussicht auf ein Spenderherz darf nicht von Wohnort, sozialem Status, finanzieller Situation abhängen.

Um "high urgent" – also besonders dringlich - gelistet zu werden, muss schon einiges zusammen kommen. Und selbst dann gilt dieser sogenannte HU-Status nur acht Wochen und muss nach Ablauf dieser Frist von den Ärzten neu begründet werden. Das macht die Situation für alle Familien, die im Gießener Kinderherzzentrum auf ein Spenderherz warten, schier unerträglich. Zumal es sein kann, dass das Herz nicht mehr rechtzeitig kommt. Aber durchschnittlich 16 Mal im Jahr wird in Gießen ein Kinderherz erfolgreich tranplantiert und damit ein Kinderleben gerettet.

Autorin: Birgit Sommer

Sendung: hr-fernsehen, "readitnow", 01. bis 05.01.2018, 19:30 Uhr



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