Tretroller im Einsatz in Wien
In vielen Städten sind die elektrischen Tretroller schon im Einsatz - wie hier in Wien. Bild © picture-alliance/dpa

Zu spät dran – also einfach schnell auf dem E-Scooter durch die Straßen rollen: in vielen europäischen Städten ist das längst Alltag. Ab Sommer wollen die ersten Unternehmen auch in Hessen starten.

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Reporterin Sophie im Selbstvesuch auf einem E-Scooter

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Das Bundesverkehrsministerium will elektrische Tretroller, sogenannte E-Scooter, auch in Deutschland zulassen. Über die Verordnung zur "Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" muss nur noch der Bundesrat abstimmen, passieren soll das Ende Mai. Damit soll ab Sommer der Weg für E-Scooter auf den Straßen frei sein.

In Paris, Wien und vielen US-amerikanischen Städten gehören die Roller längst zum Straßenbild. Ähnlich wie bei Leihrädern können Passanten sie sich dort für ein paar Cent pro Minute ausleihen – ob für den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder zur U-Bahn-Station. Bald wohl auch in Hessen. "Wir rechnen damit, dass, sobald das Gesetz verabschiedet wird, die ersten Anbieter hier auftauchen werden", sagt der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Auch Wiesbaden will nachziehen

Dabei geht es auch um den Leihroller-Anbieter Lime. Auf hr-Nachfrage bestätigt das Verkehrsdezernat, schon wegen der bevorstehenden Zulassung Kontakt gehabt zu haben. Frankfurt befindet sich nach Angaben von Lime gemeinsam mit Berlin in der engeren Auswahl. Möglichkeiten zur Regulierung der Anbieter hat die Stadt laut Oesterling allerdings keine: "Wir können nur appellieren, dass sich die Anbieter an gewisse Mindeststandards halten. Aber wenn die den Betrieb hier aufnehmen wollen, dann können sie das ab morgen Vormittag machen."

Auch andere hessische Städte beschäftigen sich bereits mit dem Thema. Der Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) erklärt, dass die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft Gespräche mit Unternehmen über Leih-Roller für Wiesbaden führe. Auch in Darmstadt sieht man Potenzial. "E-Roller können leichter im ÖPNV mitgenommen werden als Räder, so dass hier insbesondere für Pendler eine attraktive neue Lösung für die 'letzte Meile' entstehen könnte", so Stadtsprecher Klaus Honold.

Bis 12 km/h auf dem Bürgersteig

Für Kritik sorgt allerdings die geplante Regelung, E-Roller mit einer Geschwindigkeit bis 12 Stundenkilometer auf dem Bürgersteig fahren zu lassen. Michael Schwab, Sprecher der Stadt Kassel, sagt, es sei nicht vorgesehen, Fußwege über das bisherige Maß hinaus für andere Verkehrsarten freizugeben.

Auch Oesterling befürchtet Probleme: "Es wird sicherlich auf den Bürgersteigen zu Konflikten zwischen Fußgängern und E-Scootern kommen. Ich würde es begrüßen, wenn die Nutzung der E-Scooter auf die Fahrradwege beschränkt würde."

Fahren ab 12 oder 14 erlaubt - je nach Geschwindigkeit

Bis jetzt sieht die Verordnung vor, dass die Tretroller nur bei Höchstgeschwindigkeiten über 12 Stundenkilometer auf dem Radweg fahren müssen. Ansonsten sollen für sie ähnliche Regeln wie für Fahrräder gelten: Sie brauchen Vorder- und Rücklicht und eine Klingel. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 20 Stundenkilometer begrenzt.

Außerdem nötig: eine Versicherungsplakette, ähnlich einem kleinen Nummernschild, da die Roller als Kraftfahrzeuge gelten. Diese Versicherung soll laut Verkehrsministerium etwa 35 bis 40 Euro im Jahr kosten. Fahren dürfen die Roller je nach Höchstgeschwindigkeit Jugendliche ab 12 oder 14 Jahren.

Ihre Kommentare Wo sollen E-Scooter künftig fahren dürfen: Bürgersteig, Fahrradweg oder Straße?

43 Kommentare

  • Fahrradweg und Straße.

    Das Problem ist doch, dass die meisten Innenstädte ausschließlich und konsequent auf Autos zugeschnitten sind. Beispiel Wiesbaden: überall Straßen für Autos, eine halbwegs durchgehende und ungefährliche Infrastruktur für Fahrräder ist nicht vorhanden. Daher: einfach den Autos mal eine Fahrspur klauen (auf dem ersten und zweiten Ring ;-)) und dort einen Raum für Fahrräder, E-scooter und dergleichen schaffen.
    Dann würden sich mache Auto-(Stau)-Liebhaber auch mal überlegen, ob die Fahrt mit dem Auto wirklich nötig ist.

    Von Autofahrern bekommt man dagegen zu hören, es gäbe noch nicht genügend Fahrspuren, die Grünstreifen gehören abgeschafft usw... für mich rückwärtsgewandt und visionslos.

    Es muss etwas passieren, das haben viele noch nicht so ganz begriffen.

  • Strasse ist richtig, Bürgersteig ist für Fußgänger und soll es auch bleiben. Für was braucht man diese E-Scooter. Wir sind früher auch Trettroller gefahren und mussten wenn wir schnell sein wollten eben gut anschieben und flott tretten.






  • Ich höre schlecht und werde nicht wegen jedem der mit dem Roller vorbei will auf die Seite springen und warten bis er vorbei ist. Da ist der Ärger vorprogrammiert.

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