Garnelenzucht in Langenpreising (Bayern)
Garnelenzucht in Langenpreising (Bayern). Bild © picture-alliance/dpa

Heimische Garnelenzucht dank Biogas: Landwirt Sven Damm hat im Schwalm-Eder-Kreis die erste Aquakultur für die exotischen Tierchen in Hessen aufgebaut. Experten sehen darin ein Zukunftsmodell.

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Garnelenzucht in Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern)

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Noch vor wenigen Jahren warnte die : "Verzichten Sie auf den Kauf von tropischen Garnelen, solange es zur zerstörerischen Zucht keine Alternative gibt." Diese Alternative gibt es inzwischen. Seit neuestem auch aus Hessen.

Am Donnerstag nahm Junglandwirt Sven Damm aus Niedenstein (Schwalm-Eder) eine Lieferung mit Baby-Tigergarnelen aus den USA entgegen. Die nur wenige Millimeter großen Jungtiere waren am Flughafen Frankfurt angekommen. Sie sollen in den kommenden Monaten in den Zuchtbecken der Damm Aquakultur GmbH zu stattlichen Warmwassergarnelen von 10 bis 13 Zentimetern Größe heranwachsen und für kräftigen Nachwuchs sorgen. Verkaufen will Sven Damm die Tierchen im Hofladen, online und an umliegende Gastronomiebetriebe.

Gesünder, frischer, nachhaltiger

liegen die Vorteile der heimischen Zucht der Exoten gegenüber dem Import aus den tropischen Heimatländern der Garnelen wie Ecuador, Indonesien, Vietnam und China auf der Hand, wie sie der Tageszeitung Die Welt sagten: Die Transportwege seien kürzer, die Shrimps gesünder. Zwar seien sie teurer, dafür frischer.

In hiesigen Aquakulturen seien sie vor Krankheiten geschützt, die in ihren ursprünglichen Gewässern grassieren, und würden nicht mit Antibiotika vollgepumpt. Das Wasser in den Aquakulturen sei sauberer. Zudem mussten an den deutschen Garnelen-Zuchtorten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Bayern und nun Nordhessen keine artenreichen und ohnehin gefährdeten Mangroven- oder Regenwälder dem Bau von Aquakulturen weichen.

Zur Wahrheit der germanisierten Garnelen gehört aber auch: Angesichts eines Jahresverbrauchs von rund 55.000 Tonnen in Deutschland fällt die heimische Produktion kaum ins Gewicht. Landwirt Damm, der aus der Schweinezucht kommt und nach einer geruchsärmeren Alternative suchte, hat seine Anlage auf elf Tonnen Garnelenfleisch ausgelegt - pro Jahr. An den übrigen deutschen Standorten bewegt sich die Produktion ebenfalls im zweistelligen Tonnenbereich.

Abwärme der Biogasanlage erhitzt Wasser

Warmwassergarnelen wäre es eigentlich, wie ihr Name schon nahelegt, in Nordhessen zu kühl. Um das Wasser in seinen Zuchttanks auf die nötige Temperatur von etwa 28 Grad zu erhitzen, will Landwirt Damm ebenfalls möglichst nachhaltig vorgehen: Er nutzt dazu die Abwärme der Biogasanlage im Ort, die Strom für Anrainer erzeugt und an der sein Familienbetrieb beteiligt ist.