Die nordmainische S-Bahn und weitere geplante Bauprojekte der Bahn im Rhein-Main-Gebiet sind vom Bundesverkehrsministerium als besonders wichtig eingestuft worden. Die Finanzierung sei damit gesichert.

Grafik nordmainische S-bahn
Die geplante nordmainische S-Bahn von Frankfurt nach Hanau Bild © www.readitnow.info (Grafik: Peter Gerbig)

Der so genannte Frankfurter Schienenknoten ist einer der meist genutzten Bahnknotenpunkte in Deutschland. Ein Teil des Knotens, der Abschnitt zwischen dem Frankfurter Stadion und dem Hauptbahnhof, soll bis 2026 um zwei Gleise auf insgesamt sechs Gleise erweitert werden. Ziel ist es, dass der Fern- und Güterverkehr sowie der Regional- und S-Bahnverkehr auf eigenen Gleisen fahren können.

Dieses sowie die anderen Vorhaben des Bahnprojekts sind nun im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) in die höchste Dringlichkeitsstufe hochgestuft worden, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag in Berlin mitteilte. Ebenfalls höher priorisiert wurde damit die geplante .

Die Strecke soll künftig die Städte Hanau, Maintal und Frankfurt verbinden. Alle drei Abschnitte der Strecke sind seit 2014 im Planfeststellungsverfahren. Die Bahn rechnet derzeit mit dem Baubeginn frühestens Ende 2021.

Verkehrsminister Al-Wazir will Details klären

Bislang waren die Projekte des Bahnknotens Frankfurt im BVWP als "potenzieller Bedarf" (PB) eingestuft. Nun zählen sie zur Kategorie "vordringlicher Bedarf", weil nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums eine "positive gesamtwirtschaftliche Bewertung" vorliegt. Die Finanzierung dieser Projekte sei mit der Höherstufung auf jeden Fall gesichert, teilte Scheuer mit.

Die Hochstufung bezeichnete der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) als großen Fortschritt für die nordmainische S-Bahn und als "eine gute Nachricht" für die Pendler im Rhein-Main-Gebiet. "Nun besteht eine konkrete Perspektive für den Bau", sagte Al-Wazir. Als nächstes müssten "schnell die Details zur Finanzierung geklärt werden".

Bahn begrüßt Höherpriorisierung

Die Gesamtkosten für den Knoten Frankfurt sind aktuell etwas mit etwas mehr als 5,5 Milliarden Euro veranschlagt. "Die Aufnahme zusätzlicher kurzfristig zu realisierender Ausbaumaßnahmen wird geprüft", teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Dafür könnten weitere gut 4 Milliarden Euro anfallen. Die nordmainische S-Bahn wird mit knapp 1,3 Milliarden Euro beziffert.

Geplante Arbeiten am "Knoten Frankfurt" im Bundesverkehrswegeplan
Geplante Arbeiten am "Knoten Frankfurt" im Bundesverkehrswegeplan Bild © www.readitnow.info
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"Knoten Frankfurt" im Bundesverkehrswegeplan:

  • Arbeiten im Bereich des Bahnhofs Frankfurt-Stadion und im Neu-Isenburger Stadtteil in Zeppelinheim (Offenbach)
  • nordmainische S-Bahn
  • Fernbahntunnel für Fernzüge von Offenbach bis zur Niederräder Mainbrücke in Frankfurt
  • Ausbauarbeiten für Güterzüge in Darmstadt-Kranichstein und in Mainaschaff im Landkreis Aschaffenburg (Bayern)
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Die Deutsche Bahn begrüßte die Investitionen des Bundes in den Ausbau des Schienennetzes. "Wir werden jetzt in die gemeinsamen Abstimmungen und Planungen einsteigen", teilte ein Bahnsprecher mit.

Insgesamt 20 Schienenprojekte höhergestuft

Insgesamt waren 44 Projekte in den vergangenen Monaten gutachterlich unter die Lupe genommen und auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht worden. Ergebnis der Bewertung: 29 Schienenprojekte wurden höhergestuft. Bei den Ausbauvorhaben von Eisenbahnknoten geht es neben Frankfurt um Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim und München.

Diese Knotenpunkte sind laut Bundesminister Scheuer für einen Großteil der Verspätungen im Zugverkehr verantwortlich. Diese Engpässe sollen nun aufgelöst und die Attraktivität der Schiene in den betreffenden Regionen gesteigert werden, sagte Scheuer.

Scheuer sieht weiter Diskussionsbedarf

Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Höhe von insgesamt 270 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Für den Plan waren über 2.000 Vorhaben angemeldet und nach Kosten, Nutzen und Umweltfolgen bewertet worden.

Sendung: hr-iNFO, 06.11.2018, 12.00 Uhr