Passagiere am Flughafen Frankfurt
Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle - ein regelmäßiges Bild am Flughafen in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Lange Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen strapazieren nicht nur die Nerven der Reisenden, sie kosten den Flughafen auch Geld. In Frankfurt sorgte das Thema zuletzt zunehmend für Ärger. Bald soll damit Schluss sein.

Die Sicherheitskontrollen am Frankfurter Flughafen sollen bald zügiger vorangehen. Spätestens im Juni 2019 werde an Deutschlands größtem Airport ein Anbau fertig, in dem zusätzliche Kontrollspuren untergebracht würden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der (Donnerstag).

Dem Bericht zufolge sollen auf den neuen Kontrollspuren drei Passagiere gleichzeitig ihr Handgepäck sowie Handys und Gürtel in Plastikwannen für die Überprüfung legen können. Bislang müssen Passagiere dies nacheinander erledigen. Schon ab Ende November soll das neue System am Terminal 1A erprobt werden, erklärte der Bundespolizei-Sprecher.

Kritik am Bund: Behäbig bei der Umsetzung

Fraport-Chef Stefan Schulte hatte der Bundesregierung am Mittwoch Behäbigkeit bei der Erneuerung von Sicherheitskontrollen an den Flughäfen vorgeworfen. "Aus unserer Sicht geht es viel zu langsam", sagte Schulte in Frankfurt. Die Politik brauche "Ewigkeiten" für neue Regeln etwa zur Beschaffung effektiverer Kontrollgeräte.

Es sei frustrierend, dass durch bessere Technik an den Großflughäfen London oder Amsterdam die Passagiere schon seit Jahren viel schneller durchgeschleust werden könnten als in Deutschland. Während in London etwa 350 Fluggäste pro Stunde die Schleusen passierten, seien es in Deutschland nicht mal 200.

Längere Wartezeiten, weniger Umsatz

Lange Schlangen und Wartezeiten an den Sicherheitskontrolle in der Hochsaison hatten dazu geführt, dass Passagiere Flüge verpassten oder - was für Fraport wirtschaftlich von Nachteil ist - kaum Zeit hatten für Einkäufe am Flughafen Frankfurt.

Im Schnitt habe jeder Fluggast bisher in diesem Jahr 2,96 Euro ausgegeben gegenüber 3,31 Euro im Vorjahr, wie Finanzchef Matthias Zieschang erklärte. Fraports Einzelhandelsumsatz sank deshalb. Dass die Infrastruktur für das starke Wachstum des Luftverkehrs nicht mehr ausreicht, trug außerdem zum Flugchaos in diesem Jahr bei.

Terminal 1
Passagieransturm im Terminal 1 am Frankfurter Flughafen. Bild © picture-alliance/dpa

Flughafen an der Kapazitätsgrenze – und darüber

Nach einem Passagierrekord im vergangenen Jahr – 64,5 Millionen Fluggäste wurden 2017 in Frankfurt abgefertigt – rechnet Fraport in diesem Jahr noch einmal mit einem deutlichen Anstieg. Von bis zu 68,5 Millionen Reisenden war im Frühjahr die Rede. Der Rekordsommer legt nahe, dass diese Zahl noch einmal überboten werden dürfte. In den ersten neun Monaten wurden rund 53 Millionen Reisende gezählt. Die Kapazitätsgrenze der beiden Terminals liege bei 64 Millionen Passagieren, sagte Schulte im Frühjahr. 68 Millionen seien "nur zeitweise und unter Qualitätseinbußen" möglich.

Zuletzt hatte die Stadt Frankfurt die Genehmigung für den vorgezogenen Bau des Flugsteigs G erteilt. Dieser soll ab dem kommenden Frühjahr gebaut werden und zum Start des Sommerflugplans 2021 in Betrieb genommen werden. Der neue Flugsteig ist eigens für Billig-Airlines ausgelegt, auf die sich Fraport inzwischen stärker ausrichtet. Er ist zudem der erste wichtige Teil des neuen dritten Terminals, das ab dem Winterflugplan 2023 in Betrieb gehen soll.

Sendung: hr-iNFO, 8.11.2018, 9 Uhr