Sturzflut in Wiesbaden-Rambach
Als sich 2014 der Rambach in einen Fluss verwandelte, standen viele Straßen in Wiesabden unter Wasser. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Sturm, Hagel und Überschwemmungen: Naturgewalten haben in den vergangenen Jahren große Schäden an Gebäuden verursacht. Wiesbaden traf es hessenweit am schlimmsten, auch Offenbach war besonders betroffen. Darmstadt wurde dagegen verschont.

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Mit Schlamm bedeckter Steinway-Flügel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum der Steinway besser nicht im Keller stehen sollte

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Vor vier Jahren lief in Wiesbaden im Juli der Rambach über. 9,8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flossen Richtung Innenstadt. Schlammbraunes Wasser verwandelte die Taunusstraße in einen reißenden Fluss.

Fast die gesamte Innenstadt einschließlich Kurhaus stand bis zu einem Meter unter Wasser. Nicht nur der 150.000 Euro teure Steinway-Flügel im Keller des Konzerthauses ging dabei kaputt. Allein im Kurhaus entstand ein Schaden von fünf Millionen Euro.

"Es kann jeden treffen"

Es ist nicht die einzige Naturkatastrophe, die Wiesbaden in den vergangenen Jahren heimgesucht hat. Danach hat jedes Haus in Wiesbaden in diesem Zeitraum durchschnittlich 2.344 Euro Schaden abbekommen. Das ist hessenweiter Rekord. Schäden von nicht versicherten Häusern wurden geschätzt, der Gesamtschaden dann auf alle Häuser in Wiesbaden verteilt.

Warum Wiesbaden besonders betroffen ist, können Wissenschaftler nicht beantworten. "Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Starkregen in Hessen ziemlich statistisch verteilt, es kann jeden treffen", sagt Heike Hübener, Klimaforscherin am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

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Die meisten Schäden gab es laut Versicherungsverband in Wiesbaden im Juni 2008, als Tief "Hilal" im Juni 2008 mit Gewitter und Starkregen über Wiesbaden hinwegzog. Die Wasserschäden kamen die betroffenen Hausbesitzer teuer zu stehen: Im Schnitt beliefen sie sich auf 5.271 Euro.

Nach Wiesbaden am schwersten getroffen wurden in Sachen Naturkatastrophen in dem vom GDV untersuchten Zeitraum Offenbach und der gleichnamige Kreis. Der Durchschnittsschaden laut Versicherer hier: 2.200 Euro beziehungsweise 1.800 Euro. "Offenbach ist eine große Stadt, die auch viele versiegelte Flächen hat - und ein tief liegendes Zentrum", versucht Heike Hübener vom HLNUG eine Erklärung. Am glimpflichsten kamen hessenweit die Darmstädter davon. Sie hatten nur Schäden von 900 Euro pro Haus zu verkraften.

Verbraucherschützer empfehlen Versicherung gegen Wetterrisiken

Laut GDV sind 36 Prozent der Wohngebäudebesitzer in Hessen gegen Schäden durch Überschwemmungen oder Starkregen versichert - Tendenz steigend. Vor fünf Jahren, also vor dem schweren Hochwasser von 2013, waren es nur 21 Prozent.

Es überrascht nicht, dass die Versicherer allen Immobilienbesitzern dazu raten, ihr Haus gegen alle Wetterrisiken abzusichern. Inzwischen empfehlen aber auch Verbraucherschützer Hausbesitzern, sich extra gegen Elementarschäden zu versichern. Starkregen ist anders als Sturm und Hagel in der Regel nicht Teil einer Gebäudeversicherung. "Insbesondere Starkregen kann aber jeden Wohngebäudeeigentümer treffen", sagt Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen. Wichtig sei dabei auch, dass Aufräumkosten hoch genug versichert sind.

Gleich fünf Sturzfluten in Edelsberg

Auch dieses Jahr, das in der GDV-Statistik noch nicht berücksichtigt wurde, gab es Sturzfluten. Der Weinbacher Ortsteil Edelsberg (Limburg-Weilburg) war entgegen aller Wahrscheinlichkeit fünf Mal betroffen, wie Klimaforscherin Hübener sagt. Wegen der Dürre habe der Boden dort das Wasser nicht aufnehmen können.

Starkregenereignisse würden wegen des Klimawandels noch häufiger, ist sich Hübener sicher. Die Luft sei wärmer, es gebe deshalb mehr Feuchtigkeit und mehr Energie in der Luft. Die Energie entlädt sich dann in Gewittern mit großen Wassermengen. Wo, ist nicht vorherzusagen.